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Abwrackprämie oder Kaufprämie: Wege aus der Krise

Archivartikel

Um eine schnellere Rückkehr zur Normalität bei den Autobauern zu unterstützen, denkt die Politik über eine neue Abwrackprämie nacht. Dabei sollten nicht die Fehler von einst wiederholt werden und die Unternehmensfuhrparks außen vorgelassen werden, so der Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF). Denn die stellen mit mehr als 60 Prozent Anteil an den Neuzulassungen letztlich die größte Gruppe. Der BVF fordert deshalb Maßnahmen in Form von Kaufprämien.

Bei allen Ideen müsse die Unterstützung der wichtigen Schlüsselindustrie im Vordergrund stehen, sonst bleiben sie wirkungslos. Eine kluge Berücksichtigung von ökologischen Aspekten dürfe dabei trotzdem nicht ignoriert werden. Und daher stellt sich der BVF bei Abwrackprämien die Frage, ob es nachhaltig sei, funktionsfähige Autos in der Schrottpresse zu entsorgen und durch neue zu ersetzen.

Bei Kaufprämien bedarf es laut BVF einer Komponente, die auch die Nachhaltigkeit der Fahrzeuge die gekauft oder ersetzt werden mit einbezieht. "Dabei spielt es aus unserer Sicht keine Rolle, ob eine niedrige Emissionslast durch einen modernen Diesel, ein Erdgasauto oder ein ehrlich berechnetes Elektroauto erreicht wird", so der Verband.

Forschung, Studien und Analysen sind letztlich der Schlüssel zum Erfolg, heißt es weiter. Und: "Mit Glaubensätzen und Antriebsideologien ist uns nicht geholfen." Natürlich gebe es verkehrsbedingte Schadstoffe und Emissionen, aber durch die Corona-bedingte zeitweise starke Verkehrsreduzierung hatte man ein natürliches Experiment. Und daher kommt der BVF zu dem Schluss: "Was wir jetzt auf einmal sehen ist, dass diese negative Wirkung, die wir bisher dem Straßenverkehr zugeschrieben haben, überhaupt gar nicht da ist. Man kann gegen Straßenverkehr sein, doch man sollte nicht aus den falschen Gründen gegen etwas sein. Wir können solche Ereignisse wie die Entscheidungen zur Virus-Eindämmung also nutzen, Theorien und Glaubenssätze auf ihre Richtigkeit zu überprüfen."

Ob aber Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge auf der Grundlage falscher Annahmen entschieden wurden, wie nun der BVF behauptet, darf zumindest bezweifelt werden.