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Test Ford Mustang Bullit Limitiertes Sondermodell mit 460 PS starkem V 8-Motor beschleunigt den Sportwagen in nur 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h

Actionheld mit Kult-Status feiert Comeback

Mit dem Ford Mustang Bullitt geht die Post ab. Es wird hart, es wird laut und es wird brutal schnell. Dieser Wagen steht für pure Kraftentfaltung – bedingungslos, brachial, beeindruckend.

Er ist eine Hommage an den Hollywood-Klassiker „Bullitt“, der vor 50 Jahren über die Kinoleinwände flimmerte. Erinnerungen an Titelheld Steve McQueen und eine der längsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte werden wach. Der Ford Mustang Bullitt (ab 52 500 Euro) kommt in einer limitierten Edition nach Deutschland und wird ausschließlich über Ford-Stores ausgeliefert. Ein Großteil des Kontingents ist bereits verkauft.

Der Bullitt in Montana Grün greift zahlreiche Details des Mustang Fastback GT 390 auf, der zusammen mit McQueen 1968 die Hauptrolle in dem legendären Kinofilm spielte. Hierzu zählen zum Beispiel die sparsamen Chrom-Akzente um den Kühlergrill und entlang der vorderen Seitenscheiben sowie der schwarze Grill, der dem Bullitt ein „fieses Grinsen“ ins Gesicht zeichnet. In Kombination mit den scharf geschnittenen Scheinwerfereinheiten, der krassen Motorhaube, der kantigen Frontschürze und etlichen anderen markanten Details, entsteht ein Gesamtbild, das über alle Zweifel erhaben ist. Gleiches gilt für das nicht minder auffällige Heck des Kraftprotzes. Jedenfalls verfehlt der Bullitt seine Wirkung nicht, denn wo der Wagen um die Ecke biegt, sind ihm die Blicke von Verkehrsteilnehmern und Passanten sicher.

Ganz bewusst wurde bei der Gestaltung des Exterieurs auf Schnickschnack verzichtet. Das hat der Bullitt aufgrund seiner Statur und seiner sowieso schon höchst extravaganten Karosserie aber auch nicht nötig. Genau wie das Film-Original weist der rund 1,8 Tonnen schwere Wagen so gut wie keine Embleme auf – lediglich am Heck prangt das zielscheibenähnliche Bullitt-Logo. Zudem trägt jedes Fahrzeug auf der Beifahrerseite des Armaturenträgers eine nummerierte Plakette.

Technisch hat der bärenstarke Bullitt ebenfalls viel zu bieten. Sein 5,0 Liter großer V8-Motor mobilisiert satte 460 PS und damit zehn PS mehr als der GT. Das imposante Drehmoment beträgt 529 Newtonmeter. Möglich machten die Leistungssteigerung ein Open Air Induction System, ein Einlasskrümmer mit einem Drosselklappen-Durchmesser von 87 Millimetern sowie die Motormanagement-Kalibrierung des Shelby Mustang GT350.

Auch die aktive Klappenauspuffanlage ist ab Werk an Bord. Diese unterstützt das typische „Brabbeln“ des großen, starken V 8. Und das ist nicht nur heiße Luft: Der Bullitt schießt in nur 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Als Fahrer wird man amtlich in die wohlgeformten Recaro-Sportsitze (1800 Euro extra) gedrückt – und ab geht das Wildpferd. Um es zu zähmen, bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit für den Umgang mit dem Gaspedal, das ganz schnell eine gewaltige Schubkraft freisetzt. Dann heißt es: Beide Hände ans Lenkrad, vorausfahrenden Verkehr gut im Auge behalten und bloß nicht übertreiben. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Die elektronische Motorsteuerung sorgt beim Herunterschalten für einen kurzen Gasstoß. So wird die Motordrehzahl an den jeweils kleineren Gang angepasst und erzielt sehr sanfte, nahtlose Schaltvorgänge.

Geschaltet wird mit einem Billardkugel-Schaltknauf im Bullitt-Design, so wie ihn auch der „King of Cool“ alias Lieutenant Frank Bullitt vom San Francisco Police Department in seinem „Arbeitsgerät“ in der Hand hielt, als er Kriminelle durch die Straßen der City jagte.

Mit Vernunft und Umweltfreundlichkeit hat der Bullitt – wer hätte das gedacht – wenig am Hut. Der Actionheld mit Kult-Status hat ganz schön Durst (über 13 Liter waren es im Test). Zudem ist er sicher nicht das, was man als Alltags- oder gar Familienauto bezeichnen würde. Auch wenn – das ist überraschend – ein ordentlicher Kofferraum (408 Liter) und auf den Rücksitzen Isofix zur Verfügung stehen, so dass sich zwei Kindersitze gut und sicher installieren lassen. Spätestens jedoch, wenn aus den Kindern Teenager werden, wird es extrem eng im Fond.