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Test Audi Q 5 55 TFSI e quattro S-tronic SUV mit TFSI-Motor und E-Maschine hat eine Systemleistung von 367 PS / Rund 40 Kilometer elektrische Reichweite

Als Plug-in-Hybrid agil und effizient

Der Audi Q 5 55 TFSI e quattro kam als erster Vertreter der neuen Plug-in Modelle von Audi auf den Markt. Das Antriebskonzept lässt ihn die täglichen Strecken größtenteils elektrisch zurücklegen.

252 PS plus 143 PS ergeben 367 PS? Rein mathematisch nicht. Wenn es aber darum geht, die Systemleistung der Kombination eines Zweiliter-Benziners und einer E-Maschine zu ermitteln, stimmt das Ergebnis exakt. Die Plug-in-Hybrid-Version des Audi Q 5 (ab 60 450 Euro) ist ein echtes Kraftpaket. Wie sonst sollte es möglich sein, gut zwei Tonnen Gewicht innerhalb von 5,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen.

Die Kombination aus Verbrenner und Elektromotor steigert aber nicht allein die Leistung, sie verringert auch Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß. Im Idealfall lässt sich das respekteinflößende SUV mit den vier Ringen auf dem markanten Kühlergrill sogar komplett emissionsfrei durch die Gegend fahren – allerdings nur in engen Grenzen. Mehr als 40 Kilometer Reichweite bringt der hybride Q 5 nämlich nicht mit.

Immerhin: wer es nicht weiter als 20 Kilometer zur Arbeitsstelle hat, kann bei entsprechender Fahrweise rein elektrisch pendeln. Einen vollen Akku vorausgesetzt. Dafür braucht der Q 5 Hybrid knapp 2,5 Stunden Ladung an Starkstrom (380 Volt, 16A) oder aber eine (kurze) Nacht an einer Haushaltssteckdose.

Die notwendigen Ladekabel liefert Audi in einer extra Box mit, die im 465 Liter fassenden Kofferraum verstaut werden muss. Denn ein Fach unter dem Kofferraumboden fällt zugunsten der 138 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterie weg. Dadurch gehen insgesamt 85 Liter Laderaum flöten.

Die Furcht, bei leerer Batterie irgendwo liegenzubleiben, ist unterdessen völlig unbegründet. Denn in den Tank im Heck passen auch noch 54 Liter Benzin, die die Gesamtreichweite des geräumigen SUVs auf deutlich über 600 Kilometer erhöhen.

Das Losfahren beim teilelektrischen Q 5 übernimmt immer die E-Maschine, genauso wie sämtliche Start-Stopp-Aktionen an Ampeln oder im Stau. Laut Audi funktioniert dies völlig unabhängig vom Ladestand des Akkus, dessen Reserve immer groß genug sein soll. Dadurch werden Starterbatterie und Anlasser überflüssig. Wer will, dass der Benzinmotor umgehend in Aktion tritt, muss das Gaspedal entsprechend kraftvoll durchtreten. Dann stellt der quattro-Antrieb bis zu 500 Nm Drehmoment bereit und sorgt für beeindruckende Schubkraft. Der Allradantrieb deaktiviert sich übrigens immer dann automatisch, wenn er nicht gebraucht wird, bleibt jedoch permanent verfügbar.

Aber auch rein elektrisch geht es gut voran. Es macht großen Spaß, denn diese Art der Kraftentfaltung fühlt sich einfach anders an als bei einem Verbrenner. Ganz nebenbei kann man bis zu 135 km/h schnell fahren. Das reicht sogar für eine kurze Autobahnetappe.

Was die Effizienz des Elektroantriebs angeht, unterstützt die ausgeklügelte Audi-Technik den Fahrer an verschiedenen Stellen aktiv. Etwa mit einem Assistenzsystem, das in den Karten des Navigationsgeräts nach Gefällen, Kurven oder Tempolimits sucht. Batterie- und Tankstand werden wie viele andere wichtige Fahrdaten digital im Cockpit angezeigt. Dort wird auch jederzeit ersichtlich, wie viel Strom der E-Motor gerade benötigt oder durch Rekuperation in die Batterie einspeist.

Obligatorisch lassen sich über den „Drive Select“-Schalter auf der Mittelkonsole verschiedene Fahrmodi auswählen. Hinzu kommen spezielle Hybrid-Einstellungen: „Battery Hold“ hält den aktuellen Ladestand des Akkus, „EV“ fährt so lange elektrisch, wie es die Batterie hegibt, „Hybrid“ (Standardeinstellung) kombiniert beide Antriebsarten so effizient wie möglich. Ist via Navigation eine Route in eine Stadt programmiert, speichert das System so viel Akku-Kapazität, um vor Ort rein elektrisch unterwegs sein zu können. Mit „Battery Hold“ kann man auch ohne Navigation den Ladezustand konservieren.

Im Test lag der Stromverbrauch grob zwischen zwölf und 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, während der Benzinverbrauch bis zu rund sieben Liter betrug. Der Bedarf an Sprit und Elektrizität ist natürlich stark abhängig von Streckenlänge und Routenprofil. Insofern lässt sich ein durchschnittlicher Verbrauch nicht so leicht ermitteln. Im Idealfall – bei Fahrten unter 40 Kilometern Länge bis zur nächsten Steckdose – wird praktisch kein Benzin benötigt.

An Ausstattung bietet Audi für den Q 5 Hybrid alles, was die Marke mit den vier Ringen zu bieten hat. Zwar ist der Serienumfang verhältnismäßig groß. Der Testwagen war allerdings ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viele kostenpflichtige Extras noch in der Liste zur Auswahl stehen, denn dessen Preis lag mit rund 80 200 Euro fast 20 000 Euro über dem Grundpreis. Das ist schon eine Hausnummer.

Zu den exklusiven Extras zählten eine adaptive Klimaanlage (1900 Euro), die Assistenzpakete „Stadt“ (1490 Euro) und „Tour“ (1640 Euro), ein Bang & Olufsen-Soundsystem mit 3D-Klang (1140 Euro), Sitze in Feinnappa-Leder mit Rautensteppung (1400 Euro), MMI Navigation plus in Kombination mit MMI Touch (2590 Euro) sowie ein S-line Sportpaket (2040 Euro) und das Head-up-Display (980 Euro).