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Test Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid Sport Utility Vehicle aus Japan lässt sich über 40 Kilometer nur mit Strom bewegen / Komfortabler Wagen mit viel Platz

Am liebsten fährt der Outlander elektrisch

Archivartikel

Aufwändig gestaltet Mitsubishi das Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennungsmotoren bei seinem zurzeit größten Modell, dem Outlander.

Erwartungsgemäß stehen mehr Mitsubishi-Kunden auf den kleinen Space Star. Aber schon auf dem zweiten Platz etabliert sich der Outlander. Das haben die Japaner vor allem der Plug-in-Version zu verdanken. Sie ist nicht nur der günstigste Hybrid in der Klasse der kompakten Sport Utility Vehicles, sondern bietet darüber hinaus ein ausgeklügeltes Antriebskonzept: Die beiden Elektromotoren an Vorder- (82 PS) und Hinterachse (95 PS) werden zu Hauptakteuren gemacht, für den 2,4 Liter großen Benzinmotor hingegen gibt es nur eine Nebenrolle.

Und das ist permanent der Fall und nicht nur im Aktionsradius von etwa 45 Kilometern, in dem ein vollgeladener Akku genügend Leistung hortet, um das immerhin fast zwei Tonnen schwere Gefährt rein elektrisch zu bewegen.

Ist der Speicher leergesaugt, wird der 135-PS-Benziner zur mobilen Ladestation. Er treibt dann einen Generator an, der die E-Motoren mit Strom versorgt. Erst wenn mehr von den 203 PS Systemleistung abgerufen werden, verbindet sich der Verbrenner über ein stufenloses Getriebe mit der Vorderachse.

Umweltfreundlicher als seine Benzin- oder Dieselgetriebenen Konkurrenten ist der Teilstromer immer dann, wenn er rein elektrisch unterwegs sein kann – also voll geladen bis zu 45 Kilometer weit. Dann kann er zuhause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladestationen neue Kraft ziehen. Das geht über Nacht an der normalen Haushaltssteckdose, an einem Typ 2-Lader (in rund 3,5 Stunden) oder an einer 50kW-Schnellladestation. In diesem Idealfall stehen 80 Prozent der Gesamtkapazität in nur 25 Minuten wieder zur Verfügung.

Wer viel auf Langstrecken unterwegs ist, hat Mühe, die Mehrkosten für die Hybrid-Technik wieder einzufahren. Denn sobald die Batterie leer ist, ist der Verbrauchsvorteil dahin. Wer nicht nur die Energierückgewinnung im Schiebebetrieb oder beim Bremsen nutzt, sondern – was möglich ist – über den Verbrenner zu laden beginnt, treibt den Benzinbedarf zusätzlich nach oben.

Der unter sehr günstigen Bedingungen ermittelte Normverbrauch nach NEFZ gaukelt einen Fabelwert von 1,8 Litern Super vor. Die Realität liegt bei 7,2 Litern für 100 Kilometer bei zurückhaltende Fahrweise. Wer die drei Motoren ständig fordert oder unterwegs die Batterie lädt, um genügend Saft für die nächste Stadtfahrt zu bunkern, knackt sogar die Zehn-Liter-Marke.

Das schränkt die Reichweite spürbar ein, denn die Technik für den alternativen E-Antrieb macht den Outlander nicht nur rund 350 Kilogramm schwerer, sondern lässt darüber hinaus den Tankinhalt von 60 auf 43 Liter schrumpfen. Beim Ladevolumen geht es um knapp 80 Liter runter.

Wobei die verbleibenden 463 Liter immer noch ein respektabler Wert für ein Fahrzeug dieser Klasse sind. Keinerlei Einschränkungen gibt es in Bezug auf den Platz für die bis zu fünf Erwachsenen, die im Outlander sehr bequem unterwegs sind. Das gilt sowohl für das üppige Raumangebot als auch für den Federungskomfort.

Die Techniker haben das Sport Utility Vehicle mit klarer Tendenz abgestimmt. Federn und Dämpfer wurden so weich abgestimmt, dass der Wagen so ziemlich alles klaglos schluckt, was er an Oberflächen unter sich zu verarbeiten hat. Das hat allerdings auch zur Folge, dass besonders schlechte Beläge den Aufbau in spürbare Bewegung versetzen. Der Outlander hält Schläge von den Insassen fern, verbirgt die Fahrbahnbeschaffenheit aber nicht völlig.

Nicht nur in dieser Beziehung macht er deutlich, dass der Begriff „Sport“ nicht mit der Sportlichkeit des Autos in Beziehung steht. Denn auf kurvenreichen Strecken machen eine ausgeprägte Wankneigung der Karosserie und die klar untersteuernde Auslegung des Fahrwerks früh darauf aufmerksam, wenn man beim Gasgeben zu optimistisch war.

Eine Situation, in die man bei angepasster Fahrweise selten kommen wird. Schließlich fordert die Antriebscharakteristik keine Freizeitrennfahrer heraus. Die 224 PS Systemleistung reichen für eine moderate Beschleunigung in 10,5 Sekunden auf Tempo 100 und eine nicht gerade rekordverdächtige Höchstgeschwindigkeit von 170 Stundenkilometer.

Aber zusammen mit dem aus dem Stand zur Verfügung stehenden Drehmoment der beiden E-Motoren ist der Outlander immer dann präsent, wenn er zum Zwischenspurt aufgefordert wird.

Damit die Fahrt möglichst sicher ist, gibt Mitsubishi seinem Flaggschiff bei der aktiven und passiven Sicherheit alles – zum Teil gegen Aufpreis – mit, was man heute in dieser Klasse erwartet. Dazu zählen neben Airbags eine Kollisionswarnung, ein City-Notbremssystem und ein Abstandsregeltempomat auf Radarbasis. Die hinteren Radarsensoren überwachen den toten Winkel und warnen beim Rückwärtsfahren vor querendem Verkehr.

In der gehobenen Ausstattung „Plus“ steht der Outlander Plug-in Hybrid für 45 990 Euro in der Preisliste. Davon gehen aktuell 8000 Euro ab, weil Mitsubishi auf die 1500 Euro Bundesanteil am Umweltbonus noch einmal 6500 Euro Elektromobilitätsbonus drauf legt.