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Test Jeep Renegade Limited 2.0l MultiJet 4x4 AT9 Kantiger Allrounder mit Charakter

Bequem durch Alltag und Gelände

Archivartikel

Trotz Facelift ist gleich auf den ersten Blick klar: Das SUV der Kompaktwagenklasse ist ein Jeep. Denn die Designer aus dem FCA-Konzern haben zwar am Aussehen des Italo-Amerikaners gefeilt und ihm dem aktuellen Modegeschmack entsprechend beispielsweise neue Schürzen und LED-Scheinwerfer verpasst. Dennoch ist er dank seiner unverwechselbaren Kastenform samt markantem Kühlergrill mit sieben Lüftungsöffnungen ein Typ mit Ecken und Kanten geblieben. Eben ein „Kerl“ mit Charakter.

Überzeugen kann der Wagen mit seinen „inneren Werten“. Das Cockpit wird vom wuchtigen Armaturenbrett dominiert. Das nimmt zwar einiges an Platz weg, lässt aber Fahrer und Beifahrer immer noch genügend Raum. Den haben auch die „Hinterbänkler“ – wenn nur zwei auf der für drei Personen ausgelegten Rücksitzbank Platz nehmen. Die Beinauflage ist überall ausreichend. Insgesamt wirken die verwendeten Materialien edel, wobei die Designer durch Umrandungen in Chrom-Optik einige Akzente gesetzt haben.

Während es am Kofferraum nichts zu meckern gibt, haben sich die Staufächer als nicht gerade üppig erwiesen. Zugunsten der eingebauten Lautsprecher sind die Ablagen in den Türen sehr klein geraten. Eine gute Sicht bieten die wiederum groß ausgefallenen Rückspiegel. Nicht missen möchte man auch die Rückfahrkamera sowie die Parksensoren, da aufgrund der aufsteigenden Seitenlinie und der breiten C-Säule der Blick nach hinten etwas eingeschränkt ist.

Das Zentrum des aufgeräumten Instrumententrägers bildet der (im Testwagen 8,4 Zoll) große Touchscreen. Über den Bildschirm lässt sich per Fingerklick vieles steuern: Klimaanlage, DAB-Radio, USB-Stick, via Uconnect-System angekoppelte Smart- oder i-Phones, Sitz- und Lenkradheizung sind nur einige Beispiele – abhängig davon, für welches Modell und welche extra zu zahlenden Sonderausstattungen man sich entschieden hat.

Zur Auswahl stehen die Varianten „Sport“ (ab 20 700 Euro), Longitude“ (22 200 Euro), „Limited“ (ab 25 200 Euro) und „Trailhawk“ (ab 35 700 Euro). Alle verfügen über aus Aluminium gefertigte Motoren und können ganz nach dem eigenen Geschmack und Geldbeutel individuell gestaltet werden. Dabei können die Käufer nicht nur zwischen Schalt- und Automatik-Getriebe sowie Front- oder Allrad-Antrieb wählen. Sie müssen auch entscheiden, ob es einer der beiden neuen Turbo-Benziner von Fiat Chrysler Automobiles mit einer Leistung zwischen 120 und 180 PS sein soll. Oder ob sie doch lieber auf einen Turbo-Diesel (120 bis 180 PS) mit MultiJet-Technologie unter der Motorhaue setzen.

Getestet wurde von den FN der Renegade „Limited“ mit zwei Litern Hubraum, 140 PS, Neun-Stufen-Wandlerautomatikgetriebe und Allrad-Antrieb. Zu seiner Serienausstattung zählen etwa Parksensoren vorne und hinten, die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Totwinkel-Assistent, Auffahrwarnsystem und ein in der Höhe verstellbarer Kofferraum-Ladeboden. Spurhalteassistent und intelligente Verkehrszeichenanlage sind auch schon ab der Ausstattungsvariante „Sport“ Serie.

In der Stadt und über Land erweist sich der Renegade „Limited“ als wendiger Begleiter. Die Geräuschkulisse ist angesichts seiner nicht gerade windschnittigen Form akzeptabel. Butterweich „schaltet“ der Jeep die Gänge. Doch hat man dabei manchmal das Gefühl, dass er etwas zu schnell reagiert. Glücklicherweise fehlt das von vielen gefürchtete Turboloch. Doch leider kommt es auch nicht zum erhofften Turboschub, selbst wenn der Wagen per Hand geschaltet wird. Dabei schnellt der Spritverbrauch allerdings in die Höhe. Der war sogar bei moderater Fahrweise im Test mit 8,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer beachtlich.

Punkten kann der Renegade aber mit seinem gut abgestimmten Fahrwerk. Souverän „überfährt“ er Unebenheiten, ohne dass dies Fahrer und Mitfahrer deutlich zu spüren bekommen. Problemlos geht es mit ihm über Stock und Stein. Standard, Sand, Matsch oder Schnee: dem Untergrund entsprechend kann der passende Allrad-Fahrmodus ausgewählt werden. Dazu sorgt das „Jeep Active Drive Slow“-System unter anderem mit seinem Bergabfahr-Assistenten dafür, dass der Jeep selbst unter extremen Bedingungen in der Spur bleibt. Wer will, kann dabei auf dem Display den Neigungswinkel des Wagens ablesen. Für Fahrten in hiesigen Gefilden ist das aber im Alltag wohl eher eine nette Zugabe.