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Corona-Gefahr in Bussen und Bahnen

Archivartikel

Viele Menschen sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Doch zu Corona-Zeiten sind manche mit einem sehr mulmigen Gefühl unterwegs. Die Deutsche Bahn versucht nun, ihre Fahrgäste zu beruhigen - mit einer eigenen Studie.

Etwa 1.100 Bahnmitarbeiter seien zwischen dem 29. Juni und 3. Juli 2020 auf das Coronavirus und auf Antikörper untersucht worden. Es sollte also festgestellt werden, wie viele Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt sind oder waren. Wichtig für die Untersuchung: Es wurde unterschieden zwischen Zugbegleitern, die regelmäßig in Kontakt mit Fahrgästen kommen und Personal, das kaum in der Nähe von Kunden ist. Hierfür wurden Lokführer oder Werksmitarbeiter befragt.

Der Personalvorstand Martin Seiler präsentiert das überraschende Ergebnis: Während bei Zugbegleitern nur 1,3 Prozent positiv auf Antikörper getestet wurden, seien es bei Mitarbeitern ohne Kundenkontakt 2,7 Prozent gewesen. Eine akute Erkrankung sei insgesamt nur einmal festgestellt worden. Allerdings habe man Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt der Umfrage krank geschrieben waren, nicht befragen können.

Der Leitende Arzt der Deutschen Bahn, Christian Gravert, relativiert das Problem: "Auch unter den krank geschriebenen Kollegen ist uns kein Corona-Fall bekannt. Das hätten wir auch über die Gesundheitsämter erfahren." Kunden wurden für die Untersuchung nicht befragt. Die Bahn begründet das damit, dass sich Zugbegleiter deutlich länger im Zug aufhielten.