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Der kleinste Volvo muss sich nicht verstecken

Archivartikel

Volvo ist bekannt für sichere, praktische und nicht eben günstige Familienautos. Mit dem XC40 haben sich die Schweden außerdem ein jugendliches Lifestyle-Image verpasst. Das Kompakt-SUV ist mit mehr als 13.000 Zulassungen im Jahr 2019 nach dem größeren XC60 in Deutschland das zweitbeliebteste Auto der Marke. Wie charmant auch eine Einstiegsmotorisierung sein kann, hat der Motor-Informations-Dienst (mid) mit dem XC40 T2 erfahren können.

Wenn ein Attribut die Autos von Volvo noch nie geziert hat, dann ist es das Wörtchen "preisgünstig". So ist auch der XC40, mit einer Länge von 4,42 Metern der Kleinste in der Dreier-Riege der Volvo-SUV, mit einem Preis ab 30.315.97 Euro nicht gerade ein "Schnäppchen". Zu diesem "Hammerpreis" gibt es den kleinen Schweden mit einem Dreizylinder, Frontantrieb und manueller Sechsgangschaltung, aber immerhin mit reichlich nicht aufpreispflichtiger Ausstattung an Bord.

Alle XC40 fahren ab Werk mit adaptiven LED-Scheinwerfern und etlichen Fahrhilfen vor. So kommuniziert der Wagen über ein cloud-basiertes Netzwerk mit anderen Fahrzeugen - sofern auch diese das können - und warnt den Fahrer vor Gefahrenstellen. Auch teilautonomes Fahren auf der Autobahn ist möglich. Der XC40 erkennt einen drohenden Unfall und greift notfalls aktiv zu dessen Vermeidung ein.

Als erstes Auto von Volvo basiert er auf der neuen Compact Modular Architecture Plattform (CMA), in die sich die von Volvo geplanten und teilweise schon realisierten elektrischen Komponenten problemlos integrieren lassen. Trotz aller Kompaktheit auf den ersten Blick bietet der XC40 reichlich Platz im Innenraum. Vorn können sogar Personen bis 1,95 Metern Länge und hinten bis 1,90 Meter gut sitzen. Leider lässt sich die Rückbank nicht in Längsrichtung verschieben. Ein Manko.

Mit seinem kantigen Profil, dem Wasserfall-Kühlergrill, den LED-Scheinwerfern mit T-Leuchten ("Thors Hammer") und den vertikalen Rückleuchten wirkt das kleine SUV rein äußerlich wie eine Miniaturausgabe seiner großen Brüder. Den Innenraum haben die Designer mehr in Richtung Lifestyle gestaltet, die Lüftungsklappen wirken verspielt, in den Einlagen an den Türen und auf der Instrumententafel erinnert auf Wunsch eine gummierte Stadtkarte von Göteborg an das Heimatland des Fünfsitzers.

Der senkrecht montierte Touchscreen im Tablet-Stil bildet - für Volvo-Kenner intuitiv dargeboten - Informationen über die Fahrzeugfunktionen, Navigation, verbundene Dienste und Unterhaltungsanwendungen wie zum Beispiel Spotify ab. Die Aufforderung zur Wiedergabe des gewünschten Menü-Teils erfolgt durch Wischen. Alternativ lässt sich auch dieser Schwede recht zuverlässig per Sprache durch die Programme dirigieren. Selbstverständlich ist die Integration des eigenen Smartphones via Apple Car Play und Android Auto verfügbar.

Große und elegant gestaltete Ablagefächer in den Türen, unter den Sitzen und im Kofferraum bieten schon fast mehr Staufläche, als man im Alltag eigentlich braucht. Als sehr praktisch für alle Ordnungsfanatiker erweisen sich ein herausnehmbarer Behälter in der Mittelkonsole, ein kleiner Klapphaken als Teil des Handschuhfachs und spezielle Steckplätze für Kreditkarten, die man bei Großeinkäufen, aber auch aus Sicherheitsgründen tunlichst nicht dort vergessen sollte. Bei soviel Stauraum verzeiht man dem Kofferraum ein nicht wirklich herausragendes Volumen von 460 bis 1.336 Liter etwas leichter.

Besetzen Einkäufe oder Gepäck die Hände, erfreut es regelmäßig, dass in das optionale schlüssellose Zugangssystem im XC40 auch der Kofferraum integriert ist. Die Klappe öffnet automatisch, wenn man den Schlüssel bei sich trägt und den Fuß unter die Stoßstange hält. Dann schwingt sich die Kofferraumklappe weit nach oben, so dass auch größer gewachsene Personen keine Sorgen um ihren Kopf haben müssen.

Angetrieben wird der Testwagen von einem Dreizylinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 129 PS. Er ist ausschließlich in Kombination mit Frontantrieb und manuellem Sechsgangschaltgetriebe erhältlich. Wer jetzt meint, dass das Motörchen mit dem immerhin leer 1.580 Kilogramm schweren schwedischen SUV überfordert sei, der irrt. Zumindest im Stadtverkehr und auf der Landstraße ohne kräftezehrende Steigungen überrascht die Einstiegsmotorisierung mit Drehfreude und einer nicht erwarteten Agilität.

Das maximale Drehmoment von 245 Newtonmetern (Nm) sorgt bei normalen Beschleunigungsvorgängen für ausreichend Druck. Auf gerader Autobahnstrecke reicht die Höchstgeschwindigkeit von - übrigens nicht abgeregelten - 180 km/h völlig aus. Dennoch ist der XC40 mit dem kleinen Benziner kein wirklicher Kurvenräuber und in Kehren etwas behäbig. Der Verbrauch pendelt sich bei vernünftiger Fahrweise und bedachtem Hochschalten bei verträglichen 6,7 Litern ein.

Solveig Grewe / mid


Technische Daten Volvo XC40 T2

- Länge / Breite / Höhe: 4,42 / 1,86 / 1,65 Meter
- Motor: Dreizylinder
- Hubraum: 1.477 ccm
- Leistung: 95kW/129 PS
- max. Drehmoment: 245 Newtonmeter
- Getriebe: Sechs-Gang-Schaltgetriebe
- Beschleunigung: 0-100 km/h in 10,9 s
- Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
- Normverbrauch(NEFZ): 6,3 l/100km
- CO2-Emissionen: 142 g/km
- Preis: ab 30.315,97 Euro