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Test Renault Clio TCe 100 Die fünfte Generation des Kleinwagens überzeugt durch technische Vollausstattung, sparsame Motoren und elegantes Interieur

Design-Evolution und Technik-Revolution

Archivartikel

Renault schickt die neue Generation seines Supersellers Clio auf den Markt. Die FN hatten die Gelegenheit, den groß gewachsenen Fünftürer aus dem B-Segment zu testen.

Es gibt Autos, von denen man denkt, dass sie schon ewig auf dem Markt sind: Klar, der 911er Porsche, oder der Golf. Aber auch der Clio ist zu einem, zu dem Markenzeichen seines Herstellers geworden. Seit 1990 als Nachfolger des R 5 auf dem Markt und in 15 Millionen Exemplaren verkauft, kam gerade die fünfte Generation des Kleinwagens aus Frankreich heraus. Er verbindet, wie man das von einem Fahrzeug des B-Segments mittlerweile erwarten darf, technische Vollausstattung, gute Fahrleistungen und sparsame Motoren mit – und das darf man nur von den „Franzosen“ erwarten – Eleganz im Interieur und einem schicken Design.

Rein äußerlich ist die fünfte Generation des Clio gar nicht so weit entfernt von der vierten: Evolution statt Revolution beim Design- das zeigt auch, dass die Designer des Vorgängermodells ein – wenn auch nicht zeitlos, so doch über die sieben Jahre einer Generation hinaus schönes Auto entworfen hatten. Die aktuelle Generation wurde vor allem mit modernen Elementen ergänzt: eine markant profilierte Motorhaube, den tief nach unten gezogenen Kühlergrill, kühn als C ins Blech hineinragende Frontscheinwerfer (bereits ab der Basisausstattung in Voll-LED-Technik), dynamische Seitenansicht. Vom Vorgänger übernimmt die neue Generation die kurzen Überhänge, die lang ansteigende Fensterlinie und die verborgenen Türöffner hinten (Standardhinweis von Mitfahrern an den Tester: „Die kann man ja gar nicht öffnen“ – muss aber wohl, denn den neuen Clio gibt es nur noch als Viertürer). Wenn man dann auf das kleine Dreieck hinten oben an der Tür hingewiesen hat, lehnen sich die Mitfahrer erleichtert in einem mit angenehmen Materialien ausgestatteten Innenraum zurück: Die Bezeichnung „Hartplastik“ scheint es im Französischen nicht mehr zu geben. Und Platz ist fast wie bei den „Großen vorhanden. Mit 4,05 Meter Länge ist die Neuauflage zwar zwölf Millimeter kürzer als das Vorgängermodell, bietet aber innen mehr Raum. So verfügt der neue Clio über den mit 391 Liter Fassungsvermögen größten Kofferraum seiner Klasse (bei vorgeklappten Rücksitzlehnen 1069 Liter. Auch für die Passagiere gibt es mehr Platz. So wächst der Knieraum im Fond um 2,6 Zentimeter. Für Wohlfühleffekte beim Fahrer haben die Renault-Designer das „Smart Cockpit“ entworfen. Es besteht aus einer durchdachten Verbindung von digitalen Anzeigen auf der Instrumententafel mit analogen Bedientasten, zum Beispiel für die Klimaautomatik, den Tempomat oder das Radio. Der Eyecatcher ist natürlich der hochformatige Sieben-Zoll- (wahlweise 9,3-Zoll-)Screen des Infotainment-Systems. Mit dem neu entwickelten Online-Multimediasystem „Easy Link“ geht Renault einen Schritt hin zum voll vernetzten Fahrzeug. Wer’s gerne lauter will, dem kommt das Bose-Soundsystem mit neun Lautsprechern gerade recht. Für den neuen Clio stehen zum Marktstart vier Benzinmotoren zur Wahl, die ein Leistungsspektrum zwischen 65 und 130 PS abdecken; drei davon sind Dreizylinder. Im Test war der stärkste dieser Dreizylinder – ein Turbo mit 100 PS. Er stellt sein maximales Drehmoment von 160 Newtonmeter bereits bei 2750 Umdrehungen bereit. Mit dieser maximalen Power schon im unteren Drehzahlbereich erinnert der TCe 100 ein bisschen an einen Diesel - auch im Klang. Und im Verbrauch: 4,4 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer (100 Gramm CO2 pro Kilometer), rund zehn Prozent weniger als beim bisherigen TCe 90- Aggregat. In 11,8 Sekunden beschleunigt der Dreizylinder den Clio auf 100 Stundenkilometer; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 187 km/h. Die Kraft des Motors wird über ein Fünf-Gang-Schaltgetriebe auf die Straße gebracht. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Clio TCe 100 auch mit einem stufenlosen CVT-Getriebe erhältlich sein. Und ab 2020 ergänzt ein neu entwickelter Hybridantrieb das Antriebsangebot.

Auf der Straße macht der Clio mit überraschend straffem, Fahrwerk durchweg eine gute Figur. Die fünfte Generation des Kleinwagens ist das erste Fahrzeug auf Basis der neu entwickelten modularen CMF-B-Plattform der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi. Im Vergleich zur Plattform des Vorgängermodells besteht diese zu 85 Prozent aus neuen Teilen und ist rund 50 Kilogramm leichter. Und sie sorgt wieder für eine hohe aktive und passive Sicherheit.

Wo sich der neue Clio kaum mit dem Vorgänger vergleichen lässt, ist bei der Ausstattung mit Assistenzsystemen: Die Zahl der elektronischen Helfer ist groß, an der Spitze der adaptive Tempopilot (allerdings nur für den 130-PSD-Vierzylinder mit Doppelkupplungsgetriebe vorgesehen), der im Stau den Einsatz des Fahrers (fast) überflüssig macht. Das Spektrum der Fahrerassistenzsysteme umfasst im neuen Clio außerdem den serienmäßigen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, den Fernlichtassistenten und die Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner. Verfügbar ist außerdem der Toter-Winkel-Warner, der auf Radarbasis funktioniert, wodurch er noch präziser arbeitet. Hinzu kommen Spurhalte-Warner und Spurhalte-Assistent, der Parkassistent mit 360-Grad-Kamera und die Berganfahrhilfe.

Mit einem Basispreis von 18 189 Euro für den 100-PS-Dreizylinder bewegt sich der Clio preislich im Rahmen – im Preis-Leistungsverhältnis fährt er dank toller technischer Ausstattung vorne mit.