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Die mid-Zeitreise: Alfa setzt mit 145 neue Zeichen

Archivartikel

Am 18. Juli 1994 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 39. Jahrgang über den Alfa Romeo 145 als Dreitürer.

Ganz kompakt kommt der neue Alfa Romeo 145 als Dreitürer daher. Ein ungewohnter Anblick bei dieser sportiven Marke. Dabei überzeugt die Frontpartie mit der heruntergezogenen Motorhaube und der ausladenden Sicke mit dem integrierten Alfa-Emblem in der Spitze sofort. Gelungen auch die flachen Scheinwerfer, die dem Gesamtbild gut eingefügt wurden, sowie der Frontspoiler mit den Lüftungseinlässen und den beiden Nebelscheinwerfern.

Gewöhnungsbedürftig und eben anders die Seitenansicht: Durch die Keilform verjüngt sich hinter der B-Säule die geteilte Fensterpartie enorm. In dem V-förmig geschnittenen Heckfenster des steil abfallenden Hecks findet sie ihre Auflösung. Hier fasziniert die weit ins Dach reichende Heckklappe, die leider über einer hoch angesetzten Ladekante abschließt. Aber allein schon durch die Heckpartie weist sich dieser neue Alfa aus. Wer Hatchback nicht mag, muss auf den fünftürigen Alfa Romeo 146 warten, der Anfang nächsten Jahres nachgeschoben wird.

In Deutschland steht der neue 145er ab September mit drei altbekannten Alfa-Motoren beim Händler: der 1,4-Liter-Boxer mit 66 kW/90 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h zum Preis von 25.450 DM, der 1,6-Liter-Boxer mit 76 kW/103 PS und 185 km/h Spitze für 27.450 DM sowie der 1,7-Liter-16-Ventil-Boxer mit 95 kW/129 PS und 200 km/h Spitze als Top-Version, der auf 32.300 DM kommt.

Der Turbodiesel wird in Deutschland nicht angeboten, weil es dafür keinen Kat gibt. Es ist jeweils nur eine Ausstattungsvariante verfügbar, die unter anderem serienmäßig ein höhenverstellbares Lenkrad, ABS, Servolenkung und Fahrerairbag sowie Gurtstraffer vorn beinhaltet. Auch eine von den Versicherungen anerkannte Diebstahlwarnanlage mit elektronischer Wegfahrsperre ist in der Serienausstattung inbegriffen. Einen Beifahrerairbag gibt es optional.

Die ersten Fahreindrücke machen deutlich, dass die Motoren für so ein modernes Fahrzeug mit den vielen Aggregaten und Sicherheitseinbauten und immerhin rund 1.140 Kilogramm Gewicht in die Jahre gekommen sind. Sie müssen fleißig getreten werden, damit sie dann bei über 4.000 U/min auch dem sportlichen Anspruch gerecht werden. Hier macht sich das Mehrgewicht von rund 150 kg gegenüber dem Alfa 33 deutlich bemerkbar. Doch in puncto Motoren soll sich in nächster Zeit bei Fiat eine ganze Menge tun, was dann auch den Alfa-Modellen zugute kommen wird. Schon jetzt kommt beim 1,7-Liter-16-Ventiler volle Alfa-Freude auf. Der typische Alfa-Sound sorgt für die richtige Einstimmung.

Auch im Innenraum haben sich die italienischen Designer etwas einfallen lassen. Damit der Beifahrer mehr Beinfreiheit hat und seinen Sitz auch weiter nach vorne schieben kann - die Fondinsassen danken es - wurde das Armaturenbrett rechts zur Frontscheibe hin verjüngt. Ansonsten macht das Fahrzeug einen aufgeräumten Eindruck. Jetzt heißt es abwarten, wie der Käufer diesen anderen Look annimmt.

Noch in diesem Jahr sollen vom Alfa 145 rund 2.000 Einheiten verkauft werden. Für 1995 sind 7.500 anvisiert, wobei hier dann noch die Limousine Alfa 146 hinzukommt. Die Priorität soll etwa mit 60 Prozent zu 40 Prozent bei der Limousine liegen. Insgesamt will Alfa noch 1994 rund 20.000 neue Fahrzeuge absetzen, für 1995 sind 45.000 Einheiten geplant.