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Die mid-Zeitreise: Favorit-Nachfolger "Felicia" - Skoda setzt auf den Preis

Archivartikel

Am 14. November 1994 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 39. Jahrgang über den Skoda Favorit-Nachfolger "Felicia".

Beim Favorit-Nachfolger "Felicia" setzt Skoda ganz auf den Preis. Für knapp 15.000 DM gibt es das Einsteiger-Modell. Das Facelifting hat dem Viertürer gut getan. Die Scheinwerfer sind flacher geworden. Die Karosserie hat rundere Formen bekommen. Das Interieur schaut jetzt gediegen aus.

Mit einer Überarbeitung, wobei laut Skoda rund 3.000 Teile ausgetauscht wurden, kann der "Felicia" nun in der unteren Mittelklasse mithalten. Für ihn spricht vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Fahrzeuge werden zunächst in den zwei Ausführungen LX und GLX mit jeweils zwei Motor-Versionen angeboten. Zum Einsatz kommen die bewährten Skoda Leichtmetall-Motoren mit einem Hubraum von 1.289 Kubikzentimeter und einer Leistung von 40 kW/54 PS oder 50 kW/68 PS. Sie sind mit dem kombinierten Benzineinspritzsystem Mono-Motronic von Bosch und geregeltem Dreiwege-Katalysator ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 145 beziehungsweise 150 km/h angegeben. Der Verbrauch soll sich im Drittelmix auf 7,1 beziehungsweise 6,9 Liter beschränken. Das ist für diese Klasse zwar recht hoch, doch man kann nicht alles haben.

Die ersten Fahreindrücke überzeugen. Der "Felicia" hat sich zu einem richtigen Pkw gemausert. Zwar muss das Auto fleißig geschaltet und getreten werden, will man beschleunigen. Aber ob auf Landstraße, Autobahn oder in der Stadt, der Fronttriebler kann mithalten. Wer Servolenkung, ABS und Airbag haben will, muss dies speziell ordern. Der Wagen verfügt serienmäßig in allen Seitentüren über Aufprallschutz. Er wuchs gegenüber seinem Vorgänger um 40 mm in der Länge und um 15 mm in der Breite. Die Höhe blieb mit 1,16 Metern unverändert.

Die Frontansicht des Tschechen ist geprägt durch tiefliegende Scheinwerfer und deutlich in die Seite gezogene Blinkleuchten. Die runden Linien des Designs werden auch von der äußeren Form der Türen betont. Das Heck ist durch eine abgerundete Heckklappe mit integrierten Leuchten charakterisiert. Beide Achsen wurden modernisiert. Die stärkere Konstruktion der Vorderachse berücksichtigt bereits jetzt den geplanten Einsatz von Aggregaten aus der VW-Motorenpalette. Die stärkeren Motoren sind vor allem für die Mitte nächsten Jahres geplante Kombi-Version notwendig. Die Lagerung der Hinterachse wurde überarbeitet. Es wurde ein Torsions-Querstabilisator eingebaut, der die Fahreigenschaften des Wagens verbessert hat. Dennoch ist bei 160 km/h ein leichtes Vibrieren des Lenkrads festzustellen.

Die Armaturen sind übersichtlich angebracht. Der Skoda wartet mit genügend Beinfreiheit für Fahrer und Beifahrer auf. Die Sitze sind bequem, wenn nicht gerade bei rasanter Kurvenfahrt Seitenhalt gefragt ist.

Skoda hat sich viel vorgenommen. Im laufenden Jahr will der traditionsreiche Automobilhersteller in Deutschland 19.000 Einheiten über seine rund 470 Händler absetzen. In den ersten drei Quartalen von 1994 wurden 14.163 Einheiten abgesetzt. Für 1995 sind 24.000 Einheiten anvisiert, wobei die Verkaufsstellen - vor allem im Westen - auf 500 erhöht werden sollen. Vom "Felicia" sollen in diesem Jahr noch 800 einen Käufer finden. Die Gesamtproduktion wird mit 210.000 Einheiten angegeben. Davon sind für den heimischen Markt ein Drittel der Produktion vorgesehen, zwei Drittel gehen in den Export.