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Die mid-Zeitreise: Santa Fe von Hyundai: Bulliges Multitalent mit Komfort

Am 18. September 2000 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 45. Jahrgang über den Hyundai Santa Fe.

Kraftvolles Design zeichnet den Santa Fe gegenüber dem Wettbewerb aus. Bullig mit zwei übereinander liegenden großen Lufteinlässen und den trapezförmigen Klarglas-Scheinwerfern in der Frontpartie sowie den beiden in die Stoßfänger integrierten Nebelscheinwerfern weist das neue viertürige SUV-Fahrzeug (Sport Utility Vehicle) von Hyundai viel Eigenständiges auf.

Das Vielzweck-Fahrzeug wird von den Koreanern als ein Kompromiss aus einem Kombi, einem Mini-Van und einem Geländewagen angesehen. Anfang nächsten Jahres kommt der Santa Fe in Deutschland in den Handel. Bei der Motorisierung kann zunächst zwischen zwei Euro-3-Benzinern gewählt werden. Das 2,4-Liter-Aggregat mit 100 kW/136 PS ist neu und kann als Fronttriebler oder mit permanentem Allrad-Antrieb und Visko-Kupplung geordert werden. Der 2,7-Liter-V6 mit 127 kW/173 PS ist nur als 4x4-Fahrzeug zu haben. Der Einstiegspreis für den Fronttriebler wird mit rund 36.000 DM angegeben, als Allrader soll er mit dem kleineren Aggregat unter 42.000 DM kosten. Für den ausschließlich mit H-Matic-4-Gang-Automatik und zusätzlicher manueller Schaltgasse angebotenen Sechszylinder sollen weniger als 49.000 DM verlangt werden. Für Februar 2001 ist ein 2-Liter-Turbo-Diesel mit Common-Rail-Technik und einer Leistung von 81 kW/110 PS angekündigt.

Die Außenmaße sind mit 4,50 Meter Länge, 1,80 Meter Breite und 1,68 Meter Höhe recht kompakt. Das Multitalent mit 2,62 Metern Radstand kommt auf 16-Zoll-Rädern daher. Ansonsten sind zwei Airbags und eine Klimaanlage vorgesehen. Eine genaue Ausstattungsliste für den in Deutschland angebotenen Santa Fe gibt es noch nicht.

Bei ersten Fahreindrücken ist der große Innenraum in dem Viertürer aufgefallen. Leider reicht die Verstellschiene für die Vordersitze nicht aus. Langbeinige sitzen daher auf dem Fahrersitz recht unbequem. Im Bereich der Rücksitze wird dagegen recht viel Platz verschenkt. Auch großzügig der mit einer Abdeckung versehene Kofferraum. Das in zwei Farben ausgestattete Armaturenbrett überzeugt durch seine Übersichtlichkeit. Alle Knöpfe sind an ihrem Platz. Auch ein Getränkehalter in der Mittelkonsole zwischen den Frontsitzen fehlt nicht. Der Santa Fe mit dem 2,4-Liter-Motor gibt sich leise und lädt so zum Reisen ein. Der Motor muss allerdings viel geschaltet werden, ist doch bis 2.500 U/min erstmal "tote Hose". Aber auch danach wartet man vergebens auf den Kick. Ob hier eine verstellbare Ansaugrohrtechnik für Abhilfe sorgen kann, müssen die Ingenieure entscheiden.

Das Fahrwerk ist sehr kommod und weich ausgelegt. Es ist unverkennbar, dass mit 50.000 Einheiten die Hälfte der Jahresproduktion von 100.000 SUVs für den amerikanischen Markt bestimmt ist. Für Europa sind 20.000 Einheiten prognostiziert. Tiefe Schlaglöcher werden gutmütig bewältigt. Jedoch braucht es etwas lange, bis das ABS richtig einsetzt. Bei schnellen Kurvenfahrten untersteuert der Santa Fe, korrigiert aber willig beim Gaswegnehmen. Zur äußeren Erscheinung passt der große Motor besser. Wenn er seine Kraft voll entfaltet, erreicht der Allrader eine Spitzengeschwindigkeit von 175 km/h, die Beschleunigung von null auf 100 km/h wird in 11,7 Sekunden erledigt, für ein Gewicht von knapp 1.700 Kilogramm ist das recht gut.

Alles in allem wird Hyundai es mit seinem Santa Fe in Deutschland nicht ganz leicht haben, bewegt man sich doch im mittleren Preissegment, wo die Käufer immer mehr auf das Image eines Autos achten. Langfristig kann sich das jedoch ändern. Der Santa Fe macht vielleicht den Anfang.