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Ford Transit und Custom: Mit "Trail" und "Active" vielseitiger und attraktiver

Archivartikel

Gerade Nutzfahrzeuge sind nicht immer auf topfebenen, griffigen Straßen unterwegs. Was liegt deshalb näher, als gerade solche arbeitsamen Autos entsprechend zu wappnen? Und damit diese Typen nicht nur im funktionalen, aber häufig freudlosen Arbeitsanzug daherkommen, legt Ford bei seinen Baureihen Transit und Custom auch bei der Optik noch eine Schippe drauf. Mit den Ausstattungslinien "Trail" und "Active".

Die Traktion ist schließlich wichtiger, um im unwegsamen Gelände ans Ziel zu kommen als ein pfiffiger Sportanzug. Ford unterscheidet in diesem Punkt zwischen Fronttrieblern (Transit Custom im Ein-Tonnen-Nutzlastbereich) und Hecktrieblern (Transit im Zwei-Tonnen-Nutzlastbereich), die als Trail-Versionen besser vorankommen sollen.

Bei den Trail-Varianten mit Vorderradantrieb greift ein mechanisches Sperrdifferenzial ein, wenn eines der Räder zum Durchdrehen neigt. Der Eingriff erfolgt automatisch und geräuschlos und hält die Manövrierfähigkeit des Wagens, zum Beispiel bei glattem oder glitschigem Untergrund, länger hoch.

Bei einer kurzen Testfahrt kann sich der Motor-Informations-Dienst (mid) davon überzeugen, dass die Technik diskret aber wirkungsvoll im Hintergrund arbeitet. Diese Art der Traktionsverbesserung soll laut Ford keinen negativen Einfluss auf den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) haben.

Als Entwicklungspartner für das "mLSD" (mechanical Limited Slip-Differential) hat sich Ford den Antriebs-Spezialisten Quaife ins Haus geholt. Klar, dass auch das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) auf die baulichen und dynamischen Veränderungen angepasst ist. Ganz neu ist diese Art der Traktionsverbesserung bei Ford nicht, schließlich werkeln derartige mechanischen Sperren bereits in den ST-Performance-Modellen Fiesta, Puma und Focus sowie dem Focus RS.

Die Versionen, die auf der Basis mit Hinterradantrieb aufbauen, mutieren in der Trail-Ausführung zu Allradtrieblern. Eine elektronisch gesteuerte Kupplung verteilt je nach Bedarf die Antriebsmomente an die Achse mit dem besseren Grip, zudem steuert das ESP die Momentenverteilung an die einzelnen Räder. Auf Knopfdruck kann in Extremsituationen die komplette Sperre der Achsen sofort eingeschaltet werden.

Das Gesamtsystem verarbeitet dabei alle Eingaben, die vom Fahrer (Gaspedalstellung, Lenkradeinschlag) oder vom Auto (Drehmoment, Raddrehzahlen, Bremseneingriff) kommen. Beruhigend für gewerbliche Kunden, die um jeden Zentimeter Laderaum feilschen: Der Allradantrieb meldet in dieser Disziplin keinen zusätzlichen Platzbedarf an.

Und damit auch jeder sofort sieht, dass da ein Transit mit besserem Talent im schweren Geläuf unterwegs ist, hat er ein paar Stil-Elemente vom Ford Ranger Raptor übernommen: schwarz lackierte 16-Zoll-Leichtmetallräder, Stoßfänger in dunkler Akzentfarbe sowie den großformatigen Ford-Schriftzug im mattschwarzen Kühlergrill.

Mehr optisches Gedöns (auch im Innneraum) hält Ford für Lifestyle-Kunden bereit, die auf die achtsitzige Großraumlimousine Tourneo-Custom oder (im Lauf des vierten Quartals 2020) auf den Transit-Custom-Lkw mit Doppelkabine reflektieren und dabei die Ausstattungslinie "Active" ankreuzen.

Außen zieren zusätzliche Verkleidungen für die Radläufe, die Flanken und die hinteren Stoßfänger die Karosserie. Außerdem stolziert das Gefährt auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern und protzt ein bisschen mit einem wabenförmigen Kühlergrilleinsatz sowie einer serienmäßigen Dachreling. Auch im Innenraum gibt es etwas fürs Auge: Teil-Ledersitze mit "Active"-Branding und ein "blau akzentuiertes" Instrumentenbrett, wie die Marketing-Experten die Kreation mit der durchgehend blauen Linie nennen.

Fragt man Hans Schep, bei Ford Europa Leitender Manager Nutzfahrzeuge, für wen die neuen Modelle gedacht sind, fasst er werbewirksam zusammen: "Die Active- und Trail-Versionen zeigen, wie vielseitig und leistungsfähig die Transit-Baureihe sein kann. Von Kunden, die mit ihrem Fahrzeug harte Einsatzbedingungen zu bewältigen haben, bis hin zu unternehmungslustigen Familien, die ein Fahrzeug haben wollen, mit dem sie auch auf Abenteuerjagd gehen können - für alle Einsatzzwecke gibt es einen passenden Ford Transit."

Klingt reichlich engagiert, aber falsch kann er mit seiner Vision vom Zielkunden nicht liegen. Denn 2019 hat es Ford mit den Modell-Familien Courier, Connect, Custom, Transit und Ranger immerhin geschafft, als erfolgreichster Hersteller in der europäischen Nutzfahrzeug-Zulassungsstatistik gelistet zu werden.

Insofern sind "Trail" und "Active" zwei weitere Bausteine im Modell-Programm, um die Spitzenposition auch in Zukunft zu festigen.

Klaus Brieter / mid