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Hyundai zwischen Klarheit und Emotion

Archivartikel

Die kleinen und mittleren Modelle i10, i20 und i30 von Hyundai haben etwas gemeinsam: ein sehr klares "Gesicht". Diese Fahrzeuge eint vor allem die Front mit dem sogenannten "Cascading Grille", der mit seiner charakteristischen Form das Fließen von flüssigem Stahl symbolisiert. Doch zum puristischen Design gesellen sich emotionale Akzente. Wir wollten von den Designern wissen, welche Ideen dahinterstecken.

Zunächst hat der optische Bezug von flüssigem Stahl einen konzernspezifischen Hintergrund: "Hyundai hat als einziger Hersteller ein eigenes Stahlwerk und kann die Qualität des Stahls gezielt auf die Anwendung hin optimieren", erläutert Thomas Bürkle, Chefdesigner von Hyundai Motor Europe. Die eleganten wellenförmigen Umrandungslinien sollen an die klassischen Formen koreanischer Keramik erinnern.

"Hyundais neue Formensprache 'Sensous Sportiness' - inspiriert durch den goldenen Schnitt in der Natur - definiert sich durch dynamische Proportionen, die architektonisch klare Struktur der Karosserie, eine prägnante Design-Akzentuierung und fortschrittliche Technologie", sagt der Chefdesigner. Die Architektur der Fahrzeuge soll Leichtigkeit vermitteln und zusammen mit großen Rädern, kurzen Überhängen und breiter Spur für Fahrspaß und gesteigerte Emotionen sorgen.

Derweil besitzen die Designs trotz der Familienähnlichkeit auch unterschiedliche Erkennungsmerkmale. Der kleinste Wagen, der i10, setzt ein paar eigenwillige Akzente: "Beim neuen i10 haben wir - wie beim Vorgänger - das 'Day Running Light' in Form von runden LED-Lampen in den mit einer Honigwabenstruktur designten Grill integriert." Diese Design-Merkmale sollen dem i10 eine besonders jugendliche Note verleihen.

Während beim i20 der schwarze, mit rautenförmiger Struktur versehene Grill, der die Scheinwerfer miteinrahmt, die dynamischen Linie herausstellt, betont die großzügige,
metallisierte Struktur den erwachsenen und kultivierten Charakter des i30. Thomas Bürkle: "Alle drei Modelle eint zudem eine Silhouette mit dynamischen Proportionen und kurzen Überhängen, wobei mit besonders betonten Radläufen die zweifarbigen Räder in 'Diamant Cut'-Optik dem Design eine edle Note verleihen."

Neben der Erkennbarkeit der Marke legt Hyundai beim Design großen Wert auf die Eigenständigkeit der einzelnen Modelle. Jedes hat einen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Dabei spielen dynamische Proportionen eine wichtige Rolle. Beim Betrachten der Silhouetten der drei Fahrzeuge fallen die Unterschiede der Architektur auf:

So wurde beim i30 mit einer eher horizontalen Architektur die A-Säulenwurzel nach hinten versetzt, um die Motorhaube zu verlängern. Diese Architektur kommt auch dem Kombi mit seiner gestreckten, coupeartigen Erscheinung zugute. Die Silhouette des i20 ist geprägt durch eine dynamische, keilförmige Linienführung (Designer sprechen von einem "Wedged Style"), die durch das nach hinten abfallende Dach noch einmal verstärkt wird.

Auch beim i10 wurde großer Wert auf optimierte Proportionen gelegt. So wurde im Vergleich zum Vorgänger nicht nur der Radstand verlängert, sondern zusammen mit dem etwas niedrigeren Dach, breiterer Spur und neuen 16-Zoll-Felgen eine im A-Segment sehr agile Form geschaffen, ohne die praktische Seite des "Raumwunders" i10 zu beeinträchtigen.

Für die Wahl von Farben und Materialien hat Hyundai eine Spezialistin im Designerteam: Tayo Osobu. Sie ist unter anderem dafür zuständig, dass die Fahrzeuge innen wie außen Emotionen wecken. "Mit Aqua Turquoise Metallic haben wir die sommerlichste Farbe unserer Exterior-Farbpalette entwickelt - schon der Anblick der ersten Lackmuster erinnerte uns sofort an lichtdurchflutete Momente am Meer", sagt die Designerin. Der Außenlack wirke auf angenehme Weise erfrischend und stimulierend, weil Aqua Turquoise nicht einfach nur ein cooler Blauton ist, sondern auch mit einem winzigen Spritzer Citrus anrege.

Aber farblich kann es auch heiß hergehen: "Dragon Red Pearl und Sunset Red sind die extrovertierten Farben unserer Palette - glühendes Rot, das dank dem Pearl-Effekt zwischen Rot und Orange oszilliert. Dieser rote Farbimpuls aktiviert uns, egal ob er flächig auf dem Exterior oder als kleiner Akzent im Interior der N-Line Modelle zum Einsatz kommt", so Osobu begeistert.

Die Auswahl der Farbe spiele je nach Modell-Form eine tragende Rolle, betont die Designerin. "Die muskulösen Radläufe des i10, die die kraftvolle Silhouette betonen und ihr durch Licht und Schattenspiel selbstbewussten Charakter geben, werden zum Beispiel mit unserem Aqua Turquoise unterstützt. Und der i30 mit seinem vergrößerten Grill, der selbstbewussten Front und dem eleganten Exterior-Design, wirkt noch emotionaler und agiler mit dem neuen Rot."

Dass der Kleinste unter den Hyundai-Modellen, der i10, innen verblüffend großzügig wirkt, hat mit der Kunst der Materialauswahl zu tun. Tayo Osobu: "Mit dem i10 haben wir einen selbstbewusst-urbanen und offensiven Lifestyle zum Leben erweckt. Die große, individuell gestaltete 3D-Textur auf den Dekorflächen im Armaturenbrett
und in den Türen, die an ineinanderlaufende Wellen erinnert, ist der Hingucker schlechthin. In Kombination mit dem hellen, lichtdurchfluteten Innenraum haben wir ein optimistisches Ambiente mit großzügigem Raumgefühl geschaffen."

Jedes Modell hat innen seine Besonderheit: Wirkt das Interieur des i20 sportlich, verbreitet sich im größeren i30 eine eher elegante Atmosphäre. Mit den drei kleinen und kompakten Modellen zeigt Hyundai, dass asiatische Marken nicht nur hinsichtlich neuartiger Antriebe erfinderisch sind, sondern auch beim Design ideenreiche Köpfe im Team haben.