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IAA 2019: Schaeffler und die saubere Zukunft

Archivartikel

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind die großen Herausforderungen der Autoindustrie. Um die Klimaziele zu erreichen, sind alternative Antriebe gefragt. Aber nicht nur: Denn eine Mischung aus rein elektrischen, hybridisierten und sauberen Verbrennungsmotoren soll die Zauberformel für die Mobilität von morgen sein. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Zulieferer wie ZF, Bosch oder Schaeffler.

Schaeffler probt den elektrischen Ernstfall seit Jahren schon im Motorsport. Zusammen mit Audi und Abt Sportsline fährt der Weltkonzern aus Herzogenaurach in der Formel E auf der elektrischen Überholspur. Die Erkenntnisse auf der Rennstrecke helfen auch, die künftigen Entwicklungen für die Serie besser zu verstehen und umzusetzen.

Dass den Stromern allerdings allein die Zukunft gehört, steht nach aktuellem Stand in den Sternen. Das wissen auch die schlauen Köpfe der Zulieferer. So prognostizieren die Experten aus dem Hause Schaeffler, dass der Verbrennungsmotor auch in Zukunft eine tragende Rolle spielen wird.

Die Rechnung: Rund 70 Prozent der im Jahr 2030 gebauten Fahrzeuge werden noch immer mit Verbrennungsmotoren ausgestattet sein - 30 Prozent als reine Verbrenner, 40 Prozent als Hybride. Die Weiterentwicklung von konventionellen Antrieben sei also unerlässlich, heißt es.

Wie das aussehen kann, zeigt Schaeffler jetzt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 in Frankfurt am Main. Mit den passenden Lösungen des Zulieferers sei je nach Motor- beziehungsweise Fahrzeugklasse eine Verbrauchseinsparung von bis zu 15 Prozent zu erzielen, betont Matthias Zink, Vorstand Automotive OEM bei Schaeffler. "Wir bieten unseren Kunden viele Hebel, mit der sie die strikten Gesetzesvorgaben erfüllen und die CO2-Emissionen auch im Realbetrieb weiter senken können."

Schaeffler zeigt auf der IAA erstmals die neueste Version seines vollvariablen Ventilsteuerungssystems UniAir. Das System sei kompakter und um 30 Prozent leichter als die Vorgängerversion, so die Schaeffler-Ingenieure. Mit ihm sei eine umfassende Optimierung des Luftpfades im Motor sowie eine maximale Dynamik bei Änderung von Last und Drehzahl möglich, teilt der Zulieferer dazu mit. Das System besteht aus einem Modul, das zwischen Nockenwelle und Ventilschaft verbaut ist sowie der zugehörigen Software.

Als weiteres Highlight bringt Schaeffler den elektrisch betriebenen Nockenwellenversteller (Electric Cam Phasing, ECP) mit zur IAA. Die drehzahl- und temperaturunabhängige schnelle Verstellung erlaubt die optimale Einstellung der Ventilsteuerzeiten im gesamten Betriebs- und Temperaturbereich, was zunehmend bei der Hybridisierung eine große Rolle spielt, erläutert der Zulieferer. Klar: In einem Hybridfahrzeug wird der Verbrennungsmotor um ein Vielfaches häufiger gestartet als bei einem herkömmlichen Verbrenner. Der elektrisch betriebene Nockenwellenversteller soll dafür sorgen, dass dieser Startvorgang schnell, effizient und vor allem aber vibrationsarm erfolgt.

Die Hybridisierung entlastet und unterstützt den Verbrennungsmotor und sorgt zusammen mit der Rekuperation der Bremsenergie für einen besseren Gesamtwirkungsgrad des Systems. Auf der IAA zeigt Schaeffler unter anderem die 48-V-Hybridisierung mittels eines Riemen-Starter-Generators, mit der eine erhebliche Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen von fünf bis sieben Prozent möglich sei. Eine solche Lösung ermöglicht laut Zulieferer einen komfortablen und effizienten Start-Stopp-Betrieb des Motors und kann auch auf Boost-Betrieb ausgelegt werden.

Dies und noch vieles mehr präsentiert Schaeffler jetzt auf der IAA in Halle 9, Stand A07. Die Pressekonferenz des Unternehmens findet am 10. September 2019 um 12.30 Uhr statt und kann online unter http://schaeffler.gomexlive.com/ verfolgt werden.

Ralf Loweg / mid