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Individuelle und nachhaltige Mobilität der Zukunft auf der IAA 2019

Archivartikel

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes hat die IAA-Auftakt-Pressekonferenz um eine Woche vorverlegt. "Diese IAA - und das gesellschaftlich-politische Umfeld - unterscheidet sich stark von bisherigen Veranstaltungen. Es sind Demonstrationen im Umfeld der IAA angekündigt. Wir haben diesen NGO ein Dialogangebot gemacht," so Bernhard Mattes.

Am 13. September findet in Frankfurt außerhalb des IAA-Geländes ein öffentlicher Bürgerdialog statt. Hier wird über soziale, ökologische und ökonomische Aspekte einer nachhaltigen individuellen Mobilität diskutiert. Warum nicht auf der Messe? Mattes: "Damit jeder, der kommen möchte, teilnehmen kann ohne sich ein IAA-Ticket kaufen zu müssen. Ich finde es richtig, miteinander statt übereinander zu sprechen."

Mit Zuversicht geht der VDA auf die IAA. Das Leitmotiv ist "Driving tomorrow". Es gelte, die Herausforderungen für die Automobilindustrie im Transformationsprozess anzunehmen. Zum Klimaschutz, zu CO2-Zielen, alternativen Antrieben. Aber auch die Digitalisierung und das automatisierte Fahren stehen im Fokus.

Zur Konjunktur gibt Bernhard Mattes einen Ausblick: Europa werde 2019 mit 15,5 Millionen Neuwagen leicht unter dem sehr hohen Absatz von 2018 liegen (minus ein Prozent), der US-Markt werde 2019 um zwei Prozent unter Vorjahr liegen mit nun 16,9 Millionen Einheiten von "Light Vehicles".

China ist im Rückwärtsgang befindlich mit sieben Prozent weniger Autoverkäufen, in Zahlen jetzt noch 21,6 Millionen Pkw. Die Handelskonflikte mit den USA seien an dieser Entwicklung nicht unschuldig. Deutsche Konzernmarken entwickelten sich in China besser als der Gesamtmarkt, der Marktanteil beträgt hier in den ersten sieben Monaten des Jahres 24 Prozent.

Der Brexit ist noch nicht ausgestanden, der Automobilstandort Deutschland hat eine hohe Exportquote und steht somit vor erheblichen Herausforderungen, sagt Mattes. Jetzt sei auch die Politik gefordert, ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes zu stärken.

Am 12. September wird Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gemeinsam mit dem CEO von Waymo, John Krafcik, die IAA offiziell eröffnen. Das ist doch eine prima Gelegenheit, für Deutschlands Industrie Flagge zu zeigen und mit den Automobilkritikern zu diskutieren.

Jutta Bernhard / mid