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Kia segelt: Sparen auf die schlaue Art

Archivartikel

Mit einer digitalen Doppelspitze zündet Autobauer Kia die nächste Stufe für die Mobilität von Morgen. Komfort und Effizienz sollen gesteigert werden und so neue Kunden binden. Ein neues intelligentes Schaltsystem mit dem Namen "iMT" und die Online-Dienste UVO Connect spielen die Hauptrolle. Wie aber schlagen sich diese Systeme im Verkehrsalltag? Und wie funktionieren sie? Das hat der Motor-Informations-Dienst (mid) jetzt in einem Praxistest im wahrsten Sinne des Wortes erfahren.

Da ist zunächst das intelligente Schaltgetriebe: Die Buchstaben "iMT" stehen für "intelligent Manual Transmission". Entwickelt wurde das System für die stetig wachsende Mild-Hybrid-Palette, teilt Kia mit. Dabei kombiniert der Hersteller die 48-Volt-Technologie mit einem Getriebe mit elektronisch gesteuerter Kupplung ("Clutch-by-Wire").

Das "iMT" steigere die Kraftstoffeffizienz, biete dabei aber zugleich die vertraute Charakteristik und den Fahrspaß eines herkömmlichen Schaltgetriebes, versichern die Kia-Experten. Das lässt sich nach der Testfahrt bestätigen. Und es ist in der Tat beeindruckend: Nimmt man beispielsweise bei Tempo 90 auf der Landstraße den Fuß vom Gas, dann "segelt" das Fahrzeug dahin - mitunter bis zu zwei Kilometer weit.

Doch was steckt hinter der Technik? "Das iMT kann den Motor schon beim Ausrollen des Fahrzeugs abschalten", sagt David Labrosse, Leiter Produktplanung bei Kia, im Gespräch mit dem mid. Der Clou: Nach dem Abschalten des Motors bleibt der gewählte Gang eingelegt. Betätigt der Fahrer dann die Bremse oder das Gaspedal, so springt der Motor sofort wieder an und die Fahrt geht im eingelegten Gang problemlos weiter.

Was aber bringt das "Segeln" im Vergleich mit einer herkömmlichen Autofahrt? "Wir gehen von einer Kraftstoffersparnis im Bereich von zehn bis 15 Prozent aus", so David Labrosse. Das klingt bereits lohnenswert. Da ist man geneigt, anzunehmen, dass weitere technische Innovationen in Zukunft ein noch größeres Potenzial bieten könnten. Dem aber widerspricht der Fachmann. Mit 15 Prozent sei man an der Grenze der Ersparnis, betont David Labrosse: "Mehr wird das System nicht anbieten können."

Bleibt festzuhalten: Wenn man den Bogen erst einmal raus hat, macht das "Segeln" im Straßenverkehr richtig Spaß. Mit dem "iMT" bietet Kia den Kunden nun bei Fahrzeugen mit Mild-Hybrid-System das vertraute Schaltgefühl. Und das Beste: Man schont dabei die Umwelt und auch den eigenen Geldbeutel. Entwickelt wurde das intelligente Schaltsystem übrigens im Hyundai Motor Europe Technik-Center in Rüsselsheim.

Auch die Online-Dienste UVO Connect hat der mid in der Praxis getestet. Hinter den drei Buchstaben "UVO" steckt aber kein "(U)nbekanntes (V)erkehrs (O)jekt", sondern ein Telematiksystem, das in kommenden Kia-Modellen zum Einsatz kommt. UVO Connect bietet den Echtzeit-Informationsservice Kia Live, auf den der Fahrer über das Navigationssystem zugreifen kann, und die Kia UVO-App für kompatible Android- und Apple-Smartphones, mit der sich Daten vom und zum Fahrzeug übertragen lassen, teilt der Hersteller mit.

Besonders hilfreich sei die Funktion "Online-Navigation", die den Nutzern genauere Angaben zu Fahr- und Ankunftszeit liefern soll, sagen die Kia-Experten. Der Service kombiniert Cloud-basierte Echtzeit- und historische Verkehrsdaten für eine präzise Prognose des Verkehrsaufkommens. Konventionelle Navigationssysteme schätzen dagegen die Fahrzeit nur auf Basis von On-Board-Routenplanung und Echtzeitverkehrsinformationen.

Hat die Navigation den Autofahrer zum Ziel geführt, taucht vor allem in der Stadt häufig ein Problem auf: Wo bitte ist ein freier Parkplatz? Da kann das Kia-Telematiksystem helfen. Denn UVO Connect weist laut Hersteller nun auf der "letzten Meile" vom Parkplatz zum Ziel den Weg. Das geht so: Sobald der Fahrer die Zündung oder beim Elektrofahrzeug die Stromversorgung ausschaltet, wird eine Push-Benachrichtigung an die UVO-App auf sein Smartphone geschickt, sofern das Ziel zwischen 200 und 2.000 Metern entfernt ist. Die App sorgt dann dafür, dass die Navigation nahtlos per Google Maps bis zum Ziel fortgesetzt wird.

Weitere Funktionen von UVO Connect seien in Entwicklung, teilt Kia mit. Zum Beispiel ein Valet-Parken-Modus: Wenn das Fahrzeug von jemand anderem gefahren wird, kann der Besitzer es mit dieser Funktion orten, sich Fahrzeit, Fahrstrecke und Höchstgeschwindigkeit anzeigen lassen und zugleich persönliche Daten wie letzte Navigationsziele vor dem Zugriff Dritter schützen.

Fazit: "iMT" und "UVO Connect" sind eine wirklich effektive digitale Doppelspitze, die Autofahrern in vielen Situationen das Leben im hektischen Verkehrsalltag erleichtern kann.

Ralf Loweg / mid