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"Männerdomäne" Crashtests gefährlich für Frauen

Die Crashtests werden immer noch von Männern dominiert. Und das kann gefährlich für Frauen und kleine Menschen werden, kritisieren Unfallforscher - auch die von der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Das Problem: Standard bei Dummies ist der sogenannte 50-Perzentil-Mann. Er hat ein "Mittelmaß" von 175 cm Körpergröße und 78 kg Gewicht. Er dient seit Jahren als Vorgabe für die Anordnung der Sitze, Gurte und Airbags in Neuwagen. Weibliche Maße wurden aber bislang nicht oder zu wenig beachtet.

Die Folge: Durch maskulin-orientierte Ergonomie und Sicherheitstechnik in Autos, die anhand von männlichen Dummies entwickelt wurden, erleiden Frauen bei Unfällen oft schwerere Verletzungen und sterben häufiger in Verkehrsunfällen als Männer. Und das obwohl Männer häufiger in Autounfälle verwickelt sind.

Der ADAC stellte bei entsprechenden Tests fest, dass Personen mit einer anderen Statur als der "Durchschnittsmann" in Autos einem deutlich höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt sind. Die Gefahr gravierender bis lebensbedrohlicher Brustverletzungen bei Unfällen für Frauen ist zum Beispiel um 30 Prozent größer als für Männer.

Der Leiter der Unfallforschung der deutschen Versicherungen, Siegfried Brockmann, fordert deshalb, dass zum Schutz kleinerer Autofahrerinnen und Autofahrer die Ergonomie in den Fahrzeugen deutlich verbessert werden müsse. Er plädiert unter anderem für verstellbare Pedale und Lenkräder sowie für spezielle Knie-Airbags als Aufpralldämpfer.

Die Unfallforscher der UDV machten in Crash-Tests deutlich, dass sich mit frauengerecht angeordneten Pedalen, die eine mittlere Sitzposition zum Lenkrad ermöglichen, aufgrund des größeren Abstands zum Armaturenbrett die Belastungswerte für die Extremitäten von Frauen und kleineren Menschen erheblich senken lassen: um rund das Fünffache!