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Maserati Levante Trofeo - die Sonne geht auf

Vor 80 Jahren ist Maserati von Bologna nach Modena umgezogen. Jetzt präsentieren die Italiener in ihrer Heimat den neuen SUV Levante Trofeo und GTS. Massenproduktion gibt es hier nicht. Der Name Levante kann interpretiert werden mit dem Sonnenaufgang. Bei der ersten Testfahrt mit dem Supersportler Levante Trofeo geht beim Motor-Informations-Dienst (mid) im wahrsten Sinne die Sonne auf.

Stilvoll wie es sich gehört präsentieren die Italiener den Levante Trofeo und GTS auf der Piazza Roma in Modena. Einsteigen, Motor starten, und dann ist er da: der Sound. Ein Donnergrollen, das gar nicht zum sonnigen Namen des Supersportlers passt. Der stärkste je in Serie gegangene Maserati Levante Trofeo verfügt über 427 kW/580 PS mit einem maximalen Drehmoment von 730 Newtonmetern. Die Entwicklung des 3,8-Liter-Twin-Turbo-V8-Motors kommt von Maserati. Produziert wird er bei Ferrari. Laut dem Hersteller ist er der drittschnellste SUV überhaupt.

Der Praxistest führt zuerst zum Aero Club Modena, auf der Landebahn wird beim Trofeo der so genannte Corsa-Fahrmodus präsentiert. Die Traktionskontrolle und andere elektronische Helfer wie ESP werden hierfür deaktiviert. Die Lenkradwippen werden vom Piloten zweimal angeklickt, dann wird mit dem linken Fuß ordentlich auf die Bremse getreten. Wenn im Display grünes Licht erscheint, wird Gas gegeben. Die Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer in maximal vier Sekunden drückt die Insassen in die Ledersitze. So einem großen und schweren Wagen traut man das gar nicht zu. Voll das Höllengerät.

Weiter geht es zum Steinbruch Inerti Pederzona, der für Offroad-Fahrten präpariert wurde. Hier hält der Levante gut mit, er schafft locker diverse Steigungen und Gefälle die Sandberge hoch und runter. Uns wäre er ein bisschen zu kostbar für solche Abenteuer. Was wir vermissen, ist ein bisschen besserer Seitenhalt der Vordersitze. Gerade beim Querfeldeinfahren im Gelände und auch bei schnellem Kurvenwechsel. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Perfekt sind die Bremsen des Levante Trofeo. Der Maserati liegt wie ein Brett auf der Straße, während der Tour wird er durch diverse Kurven getrieben. Der Allradantrieb hält ihn jederzeit in der Spur. Adrenalin hat meinen Piloten erfasst. Er wird immer schneller. Bis wir dreimal die Carabinieri sehen. Dann beruhigt er sich wieder. Vor jedem kleinen Dorf sagt er "Achtung Kinder" und reduziert die Geschwindigkeit von 120 auf 30 Stundenkilometer in wenigen Sekunden. Doch die Anwohner im Weinbaugebiet rund um Modena sind den Anblick der Luxusschlitten gewohnt. Haben doch viele Einheimische einen Arbeitsplatz bei Maserati.

Bei der internationalen Fahrpräsentation erzählt uns Thomas Kern, Head of Communications Zentral Europa und Deutschland bei Maserati, dass rund 1.600 Mitarbeiter hier beschäftigt sind, davon zirka 1.000 Ingenieure. Ein wichtiger Arbeitgeber in dieser Region. Amaury La Fonta, General Manager Maserati für Zentraleuropa, ist stolz auf seine Super-Luxusmodelle: "Der neue Levante Trofeo ist zu einhundert Prozent SUV und trotzdem ein reinrassiger Maserati mit seinem Style, der Exklusivität und der Performance." Es gibt für den Endkunden sagenhafte 400.000 mögliche Kombinationen, um "seinem" Maserati eine individuelle persönliche Note zu verleihen. Das fängt an bei der Lederauswahl an und reicht bis zu einer Signatur des Besitzers im Innenraum.

Schön, dass es noch das Besondere gibt.

Jutta Bernhard / mid