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Mazda3 Skyactiv-X: Doppelt talentiert

Archivartikel

Bei 122 PS war bisher Schluss beim neuen Mazda3. Doch diese selbst auferlegte Beschränkung ist jetzt Schnee von gestern. Am 27./28. Oktober 2019 debütieren nämlich beim Mazda-Händler nicht nur das Kompakt-SUV CX-30 und der Mazda3 Fastback, also die Stufenheckversion. Sondern auch die Skyactive-X genannte Kombination aus Benzin- und Dieselmotor. Und die bringt es auf immerhin 180 PS.

Die Drehfreudigkeit und Dynamik des Ottomotors und die Effizienz eines Selbstzünder soll der Skyactive-X-Motor unter einen Hut bringen. Möglich macht das geballte Technik, die Mazda mit der Bezeichnung Homogeneous Charge Compression Ingnition (HCCI) beschreibt.

Dabei wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch mit einem sehr hohen Verdichtungsverhältnis wie im Dieselmotor per Kompression entzündet. Durch den Einsatz einer Zündkerze, die ja beim Diesel nicht nötig ist, ermöglichen die Techniker den zuverlässigen Wechsel zwischen dem konventionellen Fremd- und dem Kompressions-Zündungsbetrieb.

Das klingt jetzt nicht nur reichlich kompliziert, das ist es tatsächlich auch - trotz vieler Versuche anderer Firmen ist Koriphäen der erste Hersteller, dem das effektive Doppelspiel in einem Serienmotor gelungen ist. Was künftige Nutzer freuen dürfte: In der Praxis ist von den Vorgängen unter der Motorhaube eigentlich nichts zu spüren.

Anders gesagt: Der Zweiliter-X-Motor lässt sich wie ein ganz normaler Benziner nutzen. Mangels Turbounterstützung ist er auf hohe Drehzahlen angewiesen, wenn er für ordentlich Schwung sorgen soll. Beim Losfahren reichen aber 2.000 bis 2.500 Touren, um entspannt im Verkehr mitzuschwimmen. Und schon bei 50 Sachen kann der sechste Gang zum Einsatz kommen, dann schnurrt das Aggregat leise dahin.

Bei ersten Testfahrten rund um die bulgarische Hauptstadt Sofia gab sich der Mazda3 mit dem Skyactive-X-Motor, der auch über eine softe Hybrid-Unterstützung verfügt, auf Landstraßen und innerorts mit 5,6 Liter Super je 100 Kilometer zufrieden. Nach einem längeren Autobahnanteil mit maximal 140 km/h zeigte der Bordcomputer 6,1 Liter an. Das sind sehr günstige Werte für einen kompakten Fünftürer mit rund 1,4 Tonnen Lebendgewicht.

Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen, die Japaner geben für 0 bis 100 km/h 8,2 Sekunden an, die Spitze liegt auch dank der aerodynamisch günstigen Form bei 216 km/h. Zu haben ist der Mazda3 mit Front- und mit Allradantrieb (nur Fünftürer) und wahlweise auch mit einer 6-Stufen-Automatik.

Und wie die Einstiegsversion mit dem 122-PS-Benziner und die Ausführung mit dem 116 PS starken Diesel ist auch die X-Variante mit reichlich Assistenzsystemen, mit aktueller Vernetzungstechnik und mit einer sehr ordentlichen Basisausstattung zu haben. Als Folge des geschliffenen Auftritts im "Kodo"-Design liegt das Platzangebot für die Passagiere auf durchschnittlichem Niveau, der Kofferraum ist mit 351 bis 1.026 Litern eher klein ausgefallen und verfügt über eine hohe Ladekante.

Fazit: Der neue Motor ist ein sympathischer Alltagsbegleiter, den man allerdings zu nehmen wissen muss - wer mit unter 2.000 Touren in den oberen Gängen nennenswerte Dynamik erwartet, wird enttäuscht. Dafür punktet das Aggregat mit sehr zeitgemäßen Verbrauchswerten, und zwar nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im realen Einsatz. Zu haben ist der Madza3 Skyactive-X ab 26.790 Euro, mit AWD kostet er ab 32.740 Euro, die Automatik schlägt mit je 2.000 Euro zu Buche.

Rudolf Huber / mid


Technische Daten Mazda3 Skyactiv-X M Hybrid:

- Länge / Breite / Höhe: 4,66 / 1,80 / 1,44 Meter
- Motor: Vierzylinder-Benziner mit Kompressionszündung
- Hubraum: 1.998 ccm
- Leistung: 132 kW/180 PS bei 6.000 U/min
- max. Drehmoment: 224 Nm bei 3.000 U/min
- 6-Gang Handschaltung, Frontantrieb
- 0 bis 100 km/h: 8,2 Sekunden
- Spitze: 216 km/h
- Normverbrauch (WLTP): 5,8 l/100 km
- CO2-Emissionen: 131 g/km
- Abgasnorm: Euro 6d
- Preis: ab 26.790 Euro