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Test Toyota RAV 4 2.5 Hybrid 4x2 Die fünfte Generation des Kompakt-SUV setzt auf die Kombination von Benziner und Elektromotor

Mit Hybrid sparsam durch den Alltag

Archivartikel

Der Urvater und Weltmarktführer aller SUV – der RAV 4 von Toyota – ist im Januar 2019 auf dem hart umkämpften Markt der Kompakt-SUVs in der fünften Generation an den Start gegangen.

Mit an Bord des 1994 in erster Generation ausgelieferten „Recreational Active Vehicle“: Der neue 2.5 Liter-Hybridantrieb aus Benziner und Elektromotor, mit dem sich das rund 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug sparsam durch den automobilen Alltag bewegen lässt. Und sparsam meint bei dem doch recht groß ausgefallenen neuen RAV 4 zwischen fünf und sechs Liter Benzin.

Sprit sparen lässt sich mit dem Mild Hybrid vor allem im Stadt- und Kurzstreckenverkehr – und natürlich, wenn man sich mit dem Gasfuß beherrscht und versucht, so oft wie möglich den 88 PS starken Elektromotor auf der Vorderachse Dienst tun zu lassen – im FN-Test war die Variante mit reinem Vorderradantrieb („4 x 2“), bei der etwas stärkeren Allradvariante sitzt noch ein kleinerer Elektromotor auf der Hinterachse. Im neuen RAV 4 hat Toyota sein Hybridsystem perfektioniert: Die Abstimmung zwischen Verbrenner und Elektromotor arbeitet souverän. Der Benziner versorgt die gegenüber dem Vorgänger um elf Kilogramm leichter gewordene Batterie des Elektroantriebs mit Energie, dafür unterstützt dieser den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen. Rein elektrisch lässt sich der RAV 4 zwei Kilometer fahren, wenn man vorsichtig mit dem Gas umgeht und beim Rollen nicht zu hoch dreht. Der FN-Tester jedenfalls freute sich über einen Durchschnitt von 5,2 Litern im Alltag – und das bei niedrigen Außentemperaturen und mit Allwetterreifen. Im Sommer wäre also noch ein bisschen weniger möglich. Die wunderbaren Werte wanderten dann allerdings bei der ersten Autobahnfahrt unaufhaltsam in Richtung sechs Liter Durchschnittsverbrauch – wenn schnell gefahren wird und auch kaum Rekuperationsenergie durch Bremsen anfällt, dann ist der Benziner (einen Diesel gibt es in dieser neuesten Generation des RAV 4 nicht mehr) auf sich alleine gestellt. 5,8 Liter Superbenzin als Durchschnittsverbrauch am Ende der Testreihe sind allerdings immer noch ein ausgezeichneter Wert.

Neben dem Antrieb wurde von den Toyota-Ingenieuren auch die Kraftübertragung optimiert. Sie geschieht nach wie vor über ein stufenloses CVT-Getriebe. Vom Gummiseil-Effekt – der er bei den älteren Versionen noch störte – ist nichts mehr zu spüren. Auf der Straße macht der 1685 Millimeter hohe Kompakt-SUV eine gute Figur mit hoher Fahrstabilität, neutralem Fahrverhalten und zupackender Lenkung. Die Basis dafür ist die neue TNGA-Plattform (Toyota New Global Architecture), die es erlaubt, viele Komponenten tiefer zu legen, was für einen niedrigeren Schwerpunkt und eine ausgewogenere Gewichtsverteilung und damit sicherere Fahreigenschaften sorgt. Die neue Plattform gab auch den Designern des RAV mehr Handlungsfreiheit für einen neuen Auftritt mit höherer Bodenfreiheit, flacherer Motorhaube und Rädern mit größerem Durchmesser. Die Karosserie des RAV 4 erinnert mit Falten und Kanten, schmalen Frontscheinwerfern und markanten Rückleuchten sowie dem großen Kühlergrill an die SUVs der Schwestermarke Lexus.

Mit einer Länge von 4,60 Metern ist der neue RAV 4 gegenüber der vierten Generation (4,57 Meter) kaum gewachsen. Allerdings ist der Radstand beim Neuen um 30 Millimeter länger (2690 Millimeter). Geringfügig breiter (1855 Millimeter) machten ihn die Toyota-Designer auch. Im Kofferraum ist Platz für 590 Liter Gepäck; bis zur Kante der Vordersitze sind es 1690 Liter. Unter dem Gepäckraumboden ist die Batterie für den E-Motor untergebracht.

Ausgestattet ist das Innere des RAV 4 mit hochwertigen Materialien. Die Funktionen des Fahrzeugs kann der Fahrer mit einem Mix aus der Bedienung von Drehknöpfen und Schaltern sowie Wischen auf dem Touchscreens steuern. Natürlich hat das SUV eine Vielzahl von Sicherheitsassistenten an Bord: Unter anderem einen Notbremsassistenten mit Abstandswarner, Fußgänger- und Radfahrererkennung, ein adaptiver Geschwindigkeitsassistent mit Zugriff auf die Verkehrsschilderkennung, Totwinkel- und Spurhalteassistent. Letzterer würde es sogar erlauben, auf Straßen mit klar erkennbarer Seiten- und Mittelbegrenzung das Auto alleine fahren zu lassen. Allerdings erscheint schnell eine Warnung auf dem Display der Instrumententafel, dass man seine Hände auf das Lenkrad legen muss. Als Zusatzausstattung kann sich der Fahrer zum Beispiel den „Smart View Mirror“ bestellen, den Innenspiegel auf Kamerabasis, der ein deutlich größeres Sichtfeld abdeckt als der konventionelle Rückspiegel.

Neben dem getesteten Hybrid mit Vorderradantrieb gibt es noch den mit dem gleichen Aggregat ausgestatteten Allradler, dazu die Einstiegsvariante mit konventionellem Zwei-Liter-Benziner. Letztere wird beim Verkauf allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Bei Toyota geht man davon aus, dass 90 Prozent der Käufer sich für die Hybridversion des RAV 4 entscheiden werden. Die Hybride werden in nicht weniger als sechs Ausstattungsvarianten angeboten (vier beim Allradler). Entsprechend weit gestaffelt sind die Preise. Sie reichen von 32 990 Euro Einstiegspreis bis knapp 50 000 für die Lounge-Variante mit Allradantrieb.