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Mitsubishi: Hier fließt der Strom in Strömen

Archivartikel

Mit der Elektromobilität wollen die Autobauer leise und umweltfreundlich in ein neues Zeitalter aufbrechen. Vor allem bei der Infrastruktur ist noch reichlich Luft nach oben. Klar: Was haben Autofahrer davon, wenn Hersteller mit immer mehr Reichweite werben, es aber an den notwendigen Ladestationen fehlt? Deshalb gehen viele Unternehmen mit gutem Beispiel voran und bieten das Aufladen der Stromer auf dem eigenen Firmengelände an, teilweise sogar markenübergreifend. Das ist gar nicht so dumm: Das bindet Stammkunden und lockt darüber hinaus potenzielle neue Käufer an.

Ein solches "Full House" präsentiert nun Mitsubishi. Bei dem japanischen Hersteller fließt der Strom jetzt in Strömen. Denn an der Unternehmenszentrale von Mitsubishi Motors in Deutschland im hessischen Friedberg wurde jetzt der größte Ladepark Hessens für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge eröffnet. Nicht weniger als 64 öffentlich zugängliche Ladestationen konnten Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Dr. Kolja Rebstock, der Geschäftsführer von Mitsubishi Motors in Deutschland, einweihen.

Das Thema Elektromobilität spielt bei Mitsubishi eine entscheidende Rolle. "Die 64 Ladestationen, die Autofahrer unabhängig vom Fabrikat ihres E-Mobils kostenlos nutzen können, leisten einen wichtigen Beitrag, um die Akzeptanz für elektrifizierte Fahrzeuge weiter zu fördern. Ich freue mich, dass wir die Ladesäulen jetzt zusammen mit dem Minister in Betrieb nehmen durften", sagte Mitsubishi-Deutschland-Chef Dr. Kolja Rebstock.

Auch das Tempo, mit dem Mitsubishi die Sache angeht, kann sich sehen lassen. Erst im Dezember 2017 hatte der Importeur den neuen Firmenstandort in der Wetterau bezogen. Mit den Ladesäulen, die mit Unterstützung des Landes Hessen errichtet wurden, seien die letzten Baumaßnahmen abgeschlossen, teilt die japanische Automobilmarke mit.

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer konnte sich bei seinem Besuch ein Bild von dem 7.800 Quadratmeter großen Areal machen, auf dem rund 130 Personen arbeiten. Neben einem zweigeschossigen Gebäude mit Büros gibt es unter anderem Werkstätten, ein hauseigenes Trainingszentrum sowie eine Kantine. Auch das zentrale Ersatzteillager der Emil Frey Gruppe befindet sich in unmittelbarer Nähe.

"Ich freue mich, dass Mitsubishi Motors hier in Friedberg ein modernes, zukunftsfähiges Zuhause gefunden hat und sich damit klar zum Standort Hessen bekennt", sagte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Der neue Firmensitz zeige, dass Hessen im Automobilbereich ein attraktives Bundesland sei: "Von dieser Standortentscheidung wird auch die hessische Wirtschaft in Mittelhessen weiter profitieren."

Wie der Finanzminister verriet, habe sich das Land Hessen mit fast 70.000 Euro am Aufbau des Ladeparks beteiligt. Dies seien nachhaltige Investitionen in die Zukunft von Mensch, Umwelt und Verkehr, so Dr. Thomas Schäfer: "Ziel ist es, dass mehr Elektroautos - sowohl privat als auch von Unternehmen - genutzt werden. Wichtig dafür ist, dass die Lade-Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut wird. Deshalb möchten wir auch in Zukunft konsequent Anreize zur Nutzung von E-Fahrzeugen schaffen."

Mitsubishi wirbt stolz mit einer langen Tradition bei elektrifizierten Antrieben und Fahrzeugen auf seiner Homepage: Schon vor 50 Jahren starteten die Japaner nach eigener Angabe die ersten Arbeiten an alternativen Antrieben. Vor 40 Jahren präsentierte der Automobilhersteller in Japan das erste vollelektrische Modell.

2010 folgte mit dem i-MiEV ein Elektropionier auf dem deutschen Markt. Aktuell unterstützt Mitsubishi den Kauf des Outlander Plug-in-Hybrid mit einem Elektrobonus: Die staatliche Prämie in Höhe von 1.500 Euro, die noch bis Ende Dezember 2020 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden kann, stockt das Unternehmen um weitere 6.500 Euro auf. Somit ist der Outlander Plug-in-Hybrid laut Mitsubishi ab 29.990 Euro erhältlich. Und wer in der Nähe wohnt, kann ja mal auf einen Sprung zum Tanken vorbeischauen.

Ralf Loweg / mid