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Schaeffler: Darum ist Wasserstoff so wertvoll

Archivartikel

Auf der Suche nach der Mobilität von morgen liegt noch vieles im Dunkeln. Fest steht nur: Sie muss nachhaltig sein. In Zeiten des Klimawandels schlägt die Stunde der erneuerbaren Energien. Doch das erfordert neue Energieträger und Stromspeicher-Technologien. Und deshalb gewinnen Alternativen wie Wasserstoff, der auf der Erde nahezu unbegrenzt vorkommt, zunehmend an Bedeutung. Unternehmen wie Schaeffler haben das große Potenzial der Wasserstoff-Technologie als Energieträger der Zukunft erkannt.

Die schlauen Köpfe des Konzerns entwickeln Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen und Brennstoffzellen-Stacks, sogenannte metallische "Bipolarplatten". Dabei nutzt Schaeffler nach eigenen Angaben Kernkompetenzen in Material-, Umformungs- und Oberflächentechnologie. "Wir wollen eine CO2-neutrale, nachhaltige und individuelle Mobilität mit Blick auf die gesamte Energiekette gestalten", sagt dazu Uwe Wagner, Vorstand Forschung und Entwicklung bei Schaeffler.

Mit rein batterieelektrischen Fahrzeugen allein könne das globale CO2-Emissionsproblem nicht gelöst werden, so der Experte. Speziell schwere Fahrzeuge im Güterverkehr werden alternative Energiespeicher benötigen. Und da bietet Wasserstoff in Verbindung mit der Brennstoffzelle laut Wagner hervorragende Möglichkeiten: "Auch bei Pkw sind hybride Speichersysteme, also die Kombination von Batterie plus Wasserstoff, für größere Reichweiten eine interessante Lösung."

Wie funktioniert die Technik überhaupt? Die Schaeffler-Ingenieure versuchen, das komplexe Thema verständlich zu erklären. Schließlich sollen Interessierte eine Vorstellung bekommen, warum Wasserstoff für die Mobilität von morgen so wertvoll ist. "Durch präzises Umformen und Beschichten im Dünnschicht-Bereich werden Bipolarplatten hergestellt, die dann zu sogenannten Stacks geschichtet den Kern eines Brennstoffzellensystems bilden", so die Schaeffler-Spezialisten.

Die Brennstoffzellen-Stacks sind Energiewandler, die H2 und O2 zu Wasser reagieren lassen. Dabei entsteht Strom, der für den Antrieb des E-Motors im Fahrzeug genutzt werden kann. Weitere Kompetenzen, wie elektronische Steuerungen, spezielle Luftfolienlager, smarte Thermomanagementmodule oder Komponenten zur passiven Wasserstoff-Rezirkulation erweitern das Schaeffler-Portfolio für optimierte Brennstoffzellensysteme.

Die ganzheitlichen Ansätze zu künftigen, nachhaltigen Energieketten und CO2-neutralen Mobilitätslösungen inklusive der Brennstoffzellenkompetenz präsentiert Schaeffler auf der 46. Tokio Motor Show (24. Oktober bis 4. November 2019. Zudem werden die neuen Elektromotoren des Unternehmens, die nun in die Großserienproduktion gehen sollen, und Lösungen zur intelligenten Hinterachslenkung auf dem Messestand ausgestellt.

Ralf Loweg / mid