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So macht Opel Nutzfahrzeuge fit fürs Gelände

Archivartikel

Steigungen bis 41 Grad - kein Problem! Auch vor buckligen Feldwegen und schlammigem Rohbaugelände müssen Handwerker, Bauarbeiter, Förster, Jäger und Weinbauern keine Angst mehr haben. Denn jetzt gibt es erstmalig für zwei Opel-Nutzfahrzeuge Allrad-Antrieb und Bodenfreiheit satt.

Sowohl das Arbeitstier Combo in der Cargo-Variante als auch der Vivaro Kastenwagen und auch der Familien-Van Zafira Life können entsprechend aufgerüstet werden. Möglich macht das die Kooperation mit dem französischen Allrad-Spezialisten Dangel. Der arbeitet schon viele Jahre mit dem PSA-Konzern zusammen, der Muttergesellschaft von Opel. Dangel baut die bei Opel hergestellten Fahrzeuge um. In rund sechs Wochen werden aus dem konventionellen Combo und dem Vivaro robuste Offroad-Fahrzeuge.

Die frontgetriebenen Opel im Elsässer Dangel-Werk kommen mit einer zusätzlichen Kardanwelle daher, die vom vorderen Verteilergetriebe die Power zum Heck transportiert. Eine Visco-Kupplung lässt bei Bedarf die Hinterachse mitlaufen und verteilt intelligent das benötigte Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Beim Fahren merkt man dabei kaum den Unterschied. Außer, dass man bei rutschigen Straßenverhältnissen sicherer und stabiler unterwegs ist.

Damit bietet das Dangel-System das Beste aus zwei Welten. "Normalen" Vorderradantrieb zum Kraftstoffsparen, und die Reifen werden auch noch geschont. Und wenn es sein muss, sorgt der 4WD-Antrieb für den nötigen Grip auf der Straße.

Aber auch im Gelände ist ein Allrad-Opel gut unterwegs. Das verraten schon die fürs Offroadfahren relevanten Daten: Mit einer bis zu 205 Millimeter steigerbaren vorderen Bodenfreiheit (Standard sind 185 mm) dürfte der Combo das Gros der Feld- und Waldwege problemlos meistern.

Die mittlere Bodenfreiheit liegt bei 300 Millimetern (normal 280 mm) und hinten packt das praktische Arbeitstier 235 mm (normal 225 mm). Mehr als ordentliche Werte. Beim Vivaro fällt das modellbedingt nicht ganz so üppig aus. Hier sind es 170 bis 180 mm vorne, 235 bis 245 mm in der Mitte und hinten 210 bis 220 mm. Aber auch der ist damit vollkommen fit fürs Gelände.

Allrad, Bodenfreiheit und passable Böschungswinkel (Combo vorne 26,6 Grad, in der Mitte 26 Grad, hinten 38,3 Grad) machen aus dem Opel-Kastenwagen eine veritable Bergziege, die auch vor Steigungen bis zu 41 Grad nicht zurückschreckt. Schlamm, Lehm oder Sand können dem Combo kaum etwas anhaben. Das so genannte R-Lock sperrt die Hinterachse und sorgt im Notfall für die benötigte Zusatz-Traktion.

Käufer, die sich häufig in schwierigem Gelände bewegen, können darüber hinaus auch noch eine mechanische Differentialsperre ordern, die den Combo aus den schwierigsten Situationen heraus wühlt. Zusätzliche Unterbodenbleche schützen dabei Motor, Getriebe und Kraftstofftank.

Den Allradantrieb, der beim Opel Combo Cargo nur mit dem 1,5-Liter Turbodiesel (130 PS) kombinierbar ist, gibt es natürlich nicht kostenlos. Wer sein Auto bei Dangel nachrüsten lässt, bekommt zwar auf der einen Seite jede Menge Erfahrung (40 Jahre, 50.000 umgebaute Modelle), muss aber mit rund 6.400 Euro nur für die Allradtechnik rechnen. Dazu kommen 1.000 Euro für die Umbauvorbereitung. Das optionale Sperrdifferenzial kostet noch einmal 690 Euro extra, die erhöhte Bodenfreiheit schlägt mit 490 Euro zu Buche, dazu kommt noch die Mehrwertsteuer.

Wer sein Fahrzeug geländetauglich machen will, dürfte diese Kosten jedoch nicht scheuen. Die Klientel von Dangel hat ihre eigenen Bedürfnisse. 13 Prozent vom Gesamtabsatz der Allradtechnik von Dangel gehen an Polizei oder Armee, weitere 13 Prozent an Feuerwehren oder Sanitäter. Die Landwirtschaft nimmt etwa 14 Prozent ab, Bau-Unternehmen zwölf Prozent und Wartungsfirmen für Strommasten und Windräder rund 28 Prozent.

Gerhard Rudolf / mid