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So stellt sich die DTM für die Zukunft auf

Gerhard Berger weiß, wie Überlebenskampf geht. Der Österreicher steht nun seit drei Jahren an der Spitze der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). In diese Zeit fiel die Krise nach dem Mercedes-Ausstieg, aber auch der Einstieg der britischen Luxus-Marke Aston Martin. Berger weiß: Die DTM, die nicht erst seit seinem Einstieg ums Überleben kämpft, steht und fällt mit ihren Herstellern. In der Saison 2019 waren es Audi, BMW und Aston Martin.

"Wir haben aus meiner Sicht eine sehr gute Saison erlebt. Die Zuschauerzahlen und die TV-Reichweiten haben sich deutlich verbessert. Wir haben die neuen, effizienten Vierzylinder-Turbomotoren eingeführt, was grundsätzlich sehr gut aufgegangen ist", sagte Berger. Die Boliden haben inzwischen 610 PS, wodurch fast 300 km/h möglich sind.

Das beste Auto baute Audi, der Fahrertitel ging durch Rene Rast ebenso nach Ingolstadt wie der Team- und der Herstellertitel. "Ja, wir haben in der zweiten Saisonhälfte einen sehr dominierenden Audi gehabt. Deshalb hoffen wir darauf, dass BMW in der kommenden Saison aufschließen kann und das Feld wieder etwas mehr zusammenrückt", so Berger.

Etwas näher zusammengerückt ist die DTM mit der japanischen Super GT. In Hockenheim mischten drei Gaststarter von Honda, Nissan und Lexus mit. Vom 22. bis 24. November 2019 steigt in Fuji das erste gemeinsame Event der beiden Rennserien. Zunächst als Show-Spektakel, aber vielleicht auch ein Fingerzeig für die Zukunft? Immerhin fahren die Japaner ab 2020 mit dem gleichen Reglement.

Ein Einstieg ist aber nicht in Sicht. Was noch fehlt? "Der Wille der Japaner", sagte Berger: "Die Japaner sind immer sehr langsam, sie machen nie zwei Schritte auf einmal, immer nur einen nach dem anderen. Einen Einstieg sollte man daher eher für 2022 ins Auge fassen. Aber: Planen kann man das sowieso nur sehr schwer."

Und Berger weiß natürlich auch, dass die gesamte Automobilindustrie gerade eine turbulente Zeit erlebt. "Es ist wirklich schwierig, in der heutigen Zeit einen neuen Hersteller in die DTM zu bekommen", so Berger, der die DTM im Kern in Deutschland stärken und in Europa aufbauen will.

Dafür erschließt die Serie 2020 neue Märkte. Nur noch vier Veranstaltungen finden in Deutschland statt (Hockenheim, Norisring, Lausitzring, Nürburgring), dafür fährt man in St. Petersburg (Russland), Anderstorp (Schweden), Monza (Italien), Brands Hatch (England), Zolder (Belgien) und Assen (Niederlande). Um die Internationalität voranzutreiben, ist sogar ein Namenswechsel angedacht.

Das ist allerdings ein ganz heikles Thema. "Wir wollen und müssen internationaler werden. Aber: Wir haben deutsche Fans, die den Namen lieben. Ich gehe mit, wenn ich etwas auf dem Tisch habe, bei dem ich weiß, dass der deutsche Fan damit leben kann und mitgeht. Bis jetzt gab es diesen Namen aber noch nicht."

Andreas Reiners / mid