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Stress-Test für Rennreifen

Archivartikel

Beim Reifenwechsel im Motorsport muss jeder Handgriff sitzen. Und es muss schnell gehen. Sehr schnell sogar. Nicht nur in der Formel 1. Auch in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) müssen die Mechaniker Schwerstarbeit unter extremen Bedingungen verrichten.

Das gilt vor allem für die Rennstrecke in Hockenheim, vo die DTM jetzt das Saisonfinale 2019 bestreitet. Denn der Hochgeschwindigkeitskurs stellt mit seinen ultraschnellen Kurven, der teilweise unebenen Fahrbahn und massiven Kerbs hohe Anforderungen an die Reifen. "Nachdem Zandvoort in dieser Saison gestrichen wurde, ist Hockenheim für die Reifen die mit Abstand schwierigste Strecke im DTM-Rennkalender. Um hier Erfolg zu haben, müssen die Piloten von der ersten Sekunde an hart fahren. Dazu gehört es, die hohen Kerbs mit Top-Speed zu überqueren, was die Konstruktion des Hankook-Rennreifens stark beansprucht", erläutert Hankooks verantwortlicher DTM-Renningenieur Thomas Baltes.

Ein weiterer Stress-Faktor für die Hankook-Rennreifen ist der in dieser Saison neu eingesetzte Turbomotor und der damit verbundene Leistungszuwachs der Boliden von mehr als 100 PS. Beim Saisonstart am Hockenheimring im Mai 2019 hat das neue Aggregat für einen höheren Reifenverschleiß gesorgt als das mit dem schwächeren Saugmotor bis dato der Fall war.

"Die Last auf der Hinterachse hat sich durch den Turbomotor enorm erhöht, die Folge sind häufiger durchdrehende Räder", sagt Thomas Baltes. Deshalb sei der Reifenverschleiß beim Auftakt in Hockenheim höher als in den Jahren zuvor gewesen. "Die Teams haben aber im Laufe der Saison eine Menge dazugelernt, was das Zusammenspiel zwischen dem neuen Motor und den Hankook Rennreifen angeht und das Fahrzeug-Setup entsprechend modifiziert", erklärt Hankooks verantwortlicher DTM-Renningenieur.

Eine zusätzliche Herausforderung in Hockenheim am DTM-Wochenende ist die Teilnahme von drei Fahrzeugen aus der japanischen Super-GT-Serie sein, bei denen unter anderem der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button am Steuer sitzt. Die GT500-Boliden sollen zwar an die DTM-Fahrzeuge angepasst werden. Ihre Aerodynamik wird dennoch für eine ebenfalls starke Beanspruchung des Hankook-Rennreifens sorgen, heißt es.