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Test Porsche 911 Carrera S Cabriolet Neueste Generation in geschärftem Design vereint Eleganz und Dynamik auf höchstem Niveau / Verbesserter Sechszylinder-Motor mit 450 PS

„Traumauto“ mit Stil und Supersportler-DNA

Archivartikel

Schickes Design, moderne Technik, herausragende Fahreigenschaften und Power ohne Ende. Beim Porsche 911 Cabriolet gerät man schnell ins Schwärmen – und will nicht mehr aufhören.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Doch beim Porsche 911 Carrera gibt es einfach keine zwei Meinungen. Formgebung, Linienführung, Materialien, Verarbeitung – alles perfekt, alles auf höchstem Niveau. Das 911 Cabrio ist ein Ausbund an Schönheit und verdient sich nicht nur deshalb mühelos den Titel „Traumauto“. Sein Brummen und Brausen ist Musik in den Ohren, sein Antritt ist unwiderstehlich, seine Straßenlage ein Genuss. Einzig sein Grundpreis sorgt für Verdruss. Mindestens 134 000 Euro werden für das S-Modell fällig, und so bleibt der Besitz dieses Luxussportwagens für die meisten tatsächlich ein Traum.

Porsche hat die neueste Generation optisch „nachgeschärft“. Geht gar nicht. Doch. Dieser 911 wirkt auf den ersten Blick vertraut, trägt zweifellos die typische Porsche-DNA in sich und versprüht dennoch diesen Reiz des Neuen. Der Supersportler ist noch ein Stück breiter und muskulöser geworden, ohne dabei das gebotene Maß zu überschreiten und das Maximum an Eleganz zu gefährden.

Serienmäßige LED-Scheinwerfer und eine Fronthaube im Stil früherer Elfer-Generationen verbinden zukunftsweisende Formen mit markentypischen Designelementen. Bis zu 45 Millimeter breitere Kotflügel und größere Räder an der Hinterachse lassen den Elfer noch markanter auftreten. Das neu gegliederte Heck mit durchgängigem LED-Band, breiterem Spoiler und auffälliger dritter Bremsleuchte unterstreicht die Wirkung. Die lang nach vorne gezogene Kofferraumhaube mit markanter Vertiefung vor der Windschutzscheibe streckt die Frontpartie. Das Design der optionalen Matrix-Hauptscheinwerfer mit Tagfahrlicht sorgt für einen noch präsenteren Auftritt.

Der neue 911 ist bei gleichem Radstand 20 Millimeter länger und 45 Millimeter breiter geworden. Dadurch wirkt er noch flacher. Die modernen, geraden Linien der Front setzen sich auch in der Seitenansicht konsequent fort. Die Tür wirkt, als sei sie übergangslos zwischen den Kotflügeln eingespannt worden.

Unter dem sich elektrisch öffnenden Heckdeckel faltet sich das Leichtbau-Verdeck binnen zwölf Sekunden zusammen – bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h auch während der Fahrt.

Überraschenderweise bleibt im Fond genug Platz für zwei zusätzliche Sitze. Für Erwachsene verdienen diese allenfalls die Bezeichnung „Notsitz“. Für zwei Kleinkinder jedoch bieten sie genug Raum, um sie sicher (auch dank Isofix) und komfortabel zu „transportieren“. Einem Familienausflug steht also auch mit dem 911 Cabriolet nichts im Weg.

Das Cockpit ist eine Reminiszenz an Tugenden, die bereits die erste Elfer-Generation auszeichnete – klar, stilsicher und schnörkellos. So wird der traditionell analoge Drehzahlmesser jetzt von zwei rahmenlosen Displays flankiert. Die Armaturentafel verläuft wie beim Ur-Elfer über die gesamte Breite zwischen zwei horizontalen Ebenen. In der Mitte schafft ein angedocktes Bedienfeld mit fünf Tasten in der Optik klassischer Kippschalter die Verbindung zur Mittelkonsole mit integriertem Touchpad.

Zündschlüssel gibt es übrigens keinen mehr. Der 911 verfügt über einen Drehschalter zum Start des Motors. Links des Lenkrads, versteht sich. Dessen Betätigung ist für sich schon ein kleines Fest. Denn wenn der 450 PS starke Sechszylinder-Boxermotor in Betrieb genommen wird, weiß auch in einiger Entfernung jeder, dass da ein Porsche an den Start geht. Neben einer Leistungssteigerung um satte 30 auf 450 PS bei 6500 Umdrehungen pro Minute bietet das Triebwerk ein um 30 Nm höheres Drehmoment von 530 Nm, und das zwischen 2300 und 5000 Umdrehungen. Da wundert es nicht, dass für den Sprint auf 100 km/h nicht einmal vier Sekunden vergehen. Die Cabriolet-Versionen des 911 Carrera S und 911 Carrera 4S gehen zunächst ausschließlich mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) an den Start.