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Test Ford Puma 1,0 EcoBoost ST-Line Neues Crossover-SUV hat viel zu bieten / Ansprechendes Design und umfangreiche Ausstattung

Viel Fahrspaß und moderne Technik

Archivartikel

Der neue Ford Puma ist ein Crossover-SUV mit einem außergewöhnlichen Auftritt: markantes Außen-Design trifft hier auf einen besonders durchdachten Innenraum.

Ford Puma? Gab es den nicht schon einmal? Aber der sah doch ganz anders aus, oder? Aus dem kleinen, dreitürigen Coupé Ende der 1990er Jahre ist ein kompaktes Crossover-SUV (Sport Utility Vehicle) geworden. Was hat der Neue zu bieten?

Beginnen wir mit der Form. Der Puma wirkt auch kompakt, die Seitenlinie ist eher sportlich und der große Kühlergrill erinnert eher an das maserati-typische Haifischmaul. Insgesamt kommt er aber sehr repräsentativ daher. Denn Ford möchte mit ihm ins Premiumsegment der kompakten, kleinen SUVs vorstoßen. Und das scheint durchaus machbar zu sein.

Innen wirkt der Puma besonders in der von den FN gefahrenen Ausstattungslinie ST-Line modern. Die verbauten, hochwertigen Kunststoffe und besonders die Carbonoptik tragen dazu bei.

Die Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Das Raumgefühl ist für ein Fahrzeug dieser Größe großzügig und auch große Fahrer fühlen sich wohl. Statt dreier Rundinstrumente schaut man auf eine in der Diagonale 31 Zentimeter große Instrumententafel, deren Grundfarbe sich je nach Fahrmodus ändert. Auch das Navigationssystem in der Mittelkonsole ist nicht zu verachten und leistet seinen Dienst hervorragend.

Kommen wir zum Kern des Puma – seiner Motorisierung. Das interessanteste Triebwerk ist ein Einliter- Ecoboost-Hybrid-Motor mit 125 oder 155 PS. Dabei handelt es sich um einen Mildhybrid, bei dem die 48-Volt-Batterie allein beim Bremsen geladen wird. Der Elektromotor unterstützt dann den Benziner beim Beschleunigen.

Der Puma erreicht so bei 1750 Umdrehungen ein Drehmoment von immerhin 210 Newtonmetern. Aber auch der Verbrauch verringert sich durch diese Technik. Den Normwert von 4,3 Litern auf 100 Kilometern konnten wir zwar nicht erreichen, aber 6,7 Liter Super bei zügiger Fahrweise mit hohem Autobahnanteil sind auch nicht zu verachten. Hervorzuheben ist die geringe Geräuschkulisse bei höherer Autobahngeschwindigkeit.

Für den Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde braucht der Puma mit dem 125-PS-Motor 9,8 Sekunden, so zumindest der vom Werk angegebene Wert. Gefühlt kommt er von unten heraus dank der E-Motor-Unterstützung gut und zügig zur Sache. Natürlich je nach eingestelltem Fahrmodus. Dabei stehen Normal, Eco, Sport, rutschig und unbefestigte Straßen zur Auswahl. In der Stellung Sport wird zum Beispiel die Lenkung direkter, der Sound dank etwas höherer Drehzahlen sonorer und das Fahrwerk straffer, was dem Puma zu einer sehr guten Straßenlage verhilft. In Kurven bemerkt man keine SUV-typischen Wankbewegungen der Karosserie. Den Fahrtest besteht er also mit Bravour.

Aber wie sieht es mit seiner Alltagstauglichkeit aus? Mit einem Wendekreis von 10,4 Metern ist der Puma recht handlich zu manövrieren. Dank Rückfahrkamera lässt er sich, soweit man nicht die automatische Variante geordert hat, gut einparken. 468 Liter Kofferraumvolumen sind für ein Fahrzeug dieser Klasse hervorragend. Einzigartig ist die „Megabox“ im Kofferraum, eine 68 Liter fassende Vertiefung, die auch den stehenden Transport zweier Golfbags ermöglicht. Stattdessen fasst sie aber auch dreckige Stiefel und lässt sich dank der Ablassöffnung im Boden mit dem Gartenschlauch reinigen. Ein wirklich pfiffiges Detail. Bei einem späteren, reinen E-Puma könnte hier dann die Batterie platziert werden. Wo wir gerade bei der praktischen Seite sind: Der Puma ist in der Titanium-Version auch mit abnehm- und waschbaren Sitzbezügen zu haben, was es auch nicht besonders oft gibt.

Ordern kann man den Puma in der eher klassischen Ausstattungslinie Titanium (ab 23 150 Euro) und in der sportlichen ST-Line (ab 24 350 Euro). Wie es die Bezeichnung Titanium schon andeutet, lässt sie kaum Ausstattungswünsche offen. Leichtmetallräder, LED-Beleuchtung (außer Fernlicht), Sportsitze, 8-Zoll-Navi, DAB-Radio, Müdigkeitswarner, Fahrspur-, Falschfahrer- und Fernlicht-Assistent sind unter anderem serienmäßig dabei. Fünf Pakete stehen zusätzlich zur Auswahl. Dementsprechend kurz ist die weitere Aufpreisliste.

Das Testfahrzeug hatte einen Gesamtpreis von 33 430 Euro und so ziemlich alles an Bord, was das Herz begehrt. Aber braucht man das alles wirklich? Jedenfalls bekommt man auch schon für 25 000 Euro ein vollkommen ausreichend und gut ausgestattetes Fahrzeug mit vielen Sicherheitsfeatures.

Der Ford Puma ist ein sehr gelungenes, kompaktes Crossover-SUV mit ansprechenden Fahrleistungen und moderner Technik bei geringem Verbrauch, hoher Alltagstauglichkeit und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Was will man mehr?