Auto

VW e-Up: Mehr Reichweite für weniger Geld

Die zweite Generation des VW e-Up ist da. Mit einer größeren Reichweite, mit besseren Akkus und mit einem geringeren Einstiegspreis. Mehr bekommen und weniger bezahlen, das gibt es also nicht nur am "Black Friday" oder beim Discounter, sondern neuerdings auch bei VW. Die Wolfsburger gehen mit dem Neuen - schon bevor sie den ID.3 einführen - in die Elektro-Offensive und bringen ein großstadttaugliches E-Auto ohne Kompromisse auf die Straßen.

Der e-Up darf wohl als der kleine Bruder des ID.3 bezeichnet werden. So wie Little Joe, der kleine Bruder von Hoss ist, wer sich noch an Bonanza erinnert. So verschmitzt wie Little Joe sieht er auch aus. Gerade mal 3,60 Meter lang, ziemlich knallig, gelb-metallic, blau, rot, das sind seine Farben. In der Ausstattungsvariante "Line Style", gibt's ihn dann sogar mit schwarzem oder weißem Dach, sowie dunkler Verglasung im Fond und mit Leichtmetallrädern.

Vorne fallen die schmalen, C-förmigen Tagfahrlichter auf. Das sieht gut und frech aus. Die vier Türen ermöglichen einen bequemen Einstieg. Der Innenraum ist in einem sachlichen, angenehmen "Elektro-Look" gestaltet. Da gibt es keine überbordenden Displays, sondern ein einfaches Cockpit mit den wichtigsten Daten und in der Mitte die Halterung für das Smartphone Docking-System sowie darunter das Radio mit Bluetooth-Schnittstelle und DAB+. Die App maps+more gehört zum Lieferprogramm, genauso wie die "we connect-App" mit der Funktion "e-Remote". Damit können e-up-Nutzer etwa das Laden und die Standklimatisierung des Fahrzeugs aus der Ferne managen.

Der e-Up ist für die Stadt konzipiert. Also führt die erste Testfahrt auch durch die Stadt. 16 Grad Außentemperatur, starker Wind, ein wenig Regen - so sind die Wetterverhältnisse bei der Tour im Großraum Valencia. In 11,9 Sekunden kann der kleine Elektroflitzer von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Beides hört sich nicht nach Spritzigkeit an. In der Praxis zieht der e-Up jedoch an jeder Ampel kräftig davon. Er lässt locker größere, hochmotorisierte PS-Machos stehen. Wie sollte das auch anders sein? Wo andere ihre Zylinder haben, hat der e-Up eine "permanent erregte Synchronmaschine" mit 83 PS. Ja, genauso nennt sich der E-Motor bei VW. Das Auto liegt gut auf der Straße, ist angenehm gefedert und hat laut Volkswagen eine Reichweite bis zu 260 Kilometer.

Auf den ersten Kilometern in der Innenstadt merkt man dann auch, dass dies ein durchaus realistischer Wert ist. Bei der gemächlichen Fahrt im Eco+-Modus zieht der kleine VW wenig Strom, rekuperiert immer wieder beim Abbremsen und so wundert es nicht, dass auf den ersten 15 Kilometern nur Energie für sieben Kilometer verbraucht wird. Die VW-Techniker erklären, dass die neuen Batteriezellen mit 32,3 kWh Netto-Energieinhalt fast doppelt so stark sind wie die im Vorgänger-Modell. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 12,7 kWh auf 100 Kilometer kommt der e-Up somit auf seine alltagstaugliche Reichweite.

Der e-up Akku wird mit Wechselstrom an einem Anschluss mit 7,2 kW Ladeleistung geladen. Damit kann eine leere Lithium-Ionen-Batterie in gut vier Stunden wieder auf 80 Prozent gebracht werden. Wollen Kunden diese Ladeleistung in der eigenen Garage erreichen, müssen Sie in eine sogenannte "Wallbox" (über 300 Euro zusätzliche Kosten) investieren. Eine Schnellladung auf 80 Prozent meistert der e-Up in 60 Minuten. Die dafür benötigten 40 kW liefern die meisten Auflade-Säulen. Müsste an einer einfachen Haushaltssteckdose aufgeladen werden,wären es locker über zwölf Stunden.

Als Elektro-Stadtauto, so das Fazit nach der Testfahrt, ist der kleine VW e-Up ideal. Die meisten Menschen fahren mit ihrem Auto täglich im urbanen Bereich rund 50 Kilometer. Die schafft der e-Up, ohne aufzuladen mindestens vier Mal. Ein weiterer Pluspunkt: Die Akkus sind im Boden versteckt und so bietet der e-Up auch den gleich großen Kofferraum wie sein benzingetriebener Bruder. Auf die Batterie gibt es übrigens bis zur Fahrleistung von 160.000 km oder acht Jahre Werksgarantie.

Der Einstiegspreis ist mit 21.975 Euro ziemlich günstig. Rechnet man die 6.000 Euro Umwelt- und Herstellerprämie ab, die es ab 2020 geben soll, können Kunden einen VW e-Up ab 16.000 Euro erwerben. Und das - wie gesagt - mit einer "permanent erregten Synchronmaschine". Das ist doch schon mal was.

Rainer Unruh / mid

Technische Daten VW e-Up

Länge/Breite/Höhe: 3,60/1,64/1,49 m

Motor: permanenterregte Synchronmaschine (PSM)

Leistung: 61 kW/83 PS

Max. Drehmoment: 212 Nm

Max. Reichweite: 260 km

0 bis 100 km/h: 11,9 s

Spitze: 130 km/h

Stromverbrauch: 12,9 - 12,7 kWh/100 km

Preis: ab 21.975 Euro