BASF

Rohstoffe Ludwigshafener Konzern und LetterOne schließen Vereinbarung über Zusammenschluss von Wintershall mit Dea

BASF macht deutschen Ölkonzern perfekt

Archivartikel

Ludwigshafen/Hamburg.Der Chemiekonzern BASF ist bei der angepeilten Übernahme der früheren RWE-Sparte Dea einen großen Schritt vorangekommen. Mit dem Eigentümer LetterOne sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend in Ludwigshafen mit. BASF wird mit 67 Prozent die Mehrheit der Anteile an der Öl- und Gasfirma halten, LetterOne den Rest.

Auf wichtigen Märkten präsent

„Mit Wintershall Dea wird das führende unabhängige europäische Explorations- und Produktions-Unternehmen mit internationalen Aktivitäten in Kernregionen entstehen. Durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Unternehmen schaffen BASF und LetterOne die Basis für weiteres profitables Wachstum“, sagte BASF-Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel. Zusammengerechnet erzielten Wintershall und Dea zuletzt einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro sowie einen Gewinn von 740 Millionen Euro.

Verglichen etwa mit Royal Dutch Shell – der Nummer eins unter den Öl- und Gaskonzernen in Europa –, das 2017 auf knapp 261 Milliarden Euro Umsatz kam, sind das vergleichsweise kleine Zahlen. Allerdings ist Shell ein integrierter Konzern, der neben der Erkundung neuer Rohstoffquellen (der Exploration) sowie der Produktion (die eigentliche Förderung) auch Raffinerien und ein eigenes Tankstellennetz unterhält.

Andere Konkurrenten wie beispielsweise die norwegische Statoil oder die österreichische OMV befinden sich mehrheitlich in Staatsbesitz. Fehlende Größe macht Wintershall Dea zudem mit seiner Präsenz auf wichtigen Märkten wie etwa der Gasproduktion in Russland wett.

Mittelfristig wollen die Eigner Wintershall Dea an die Börse bringen. Mit dem Abschluss des Geschäfts rechnet BASF im ersten Halbjahr 2019. Zuvor muss es von diversen staatlichen Stellen genehmigt werden. Die LetterOne-Gruppe des russischen Milliardärs Mikhail Fridman hatte Dea mit Hauptsitz in Hamburg 2014 zunächst für rund 5,1 Milliarden Euro vom Stromversorger RWE übernommen. BASF hatte damals ebenfalls Interesse gezeigt, jedoch den Kürzeren gezogen. Dea übernahm dann 2015 vom Energiekonzern Eon dessen Öl- und Gasquellen in der norwegischen Nordsee für 1,6 Milliarden US-Dollar.

Wintershall mit Hauptsitz in Kassel konzentriert sich auf die Exploration und Produktion in öl- und gasreichen Regionen in Europa, Russland, Südamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. Gemeinsam mit Gazprom ist Wintershall auch im Transport von Erdgas in Europa aktiv. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2000 Mitarbeiter. Mit rund 1150 Mitarbeitern ist Dea an Produktionsstandorten und Konzessionen in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ägypten, Algerien und Mexiko beteiligt. dpa/fas