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BASF Amerikanischer Hedgefonds setzt in großem Stil auf weiter sinkenden Aktienkurs / LafargeHolcim bietet offenbar für Bauchemie-Geschäft mit

Kommt HeidelbergCement-Rivale zum Zug?

Ludwigshafen.Der Schweizer Baustoffhersteller LafargeHolcim – wichtigster Wettbewerber von HeidelbergCement – ist offenbar in das Bieterrennen um das Bauchemie-Geschäft von BASF eingestiegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Schweizer konkurrierten mit mehreren US-Finanzinvestoren um die BASF-Sparte, die mit etwa drei Milliarden Euro bewertet wird.

LafargeHolcim-Chef Jan Jenisch hatte erst im Mai erklärt, den Konzern durch ergänzende Übernahmen breiter aufstellen zu wollen. Das Unternehmen steht, wie HeidelbergCement auch, unter dem Druck, dass sich ein Anbieter mit dem Produkt Zement kaum von der Konkurrenz abheben kann. Ob deshalb auch die Heidelberger an der BASF-Sparte interessiert sind, wollte eine Sprecherin am Donnerstag nicht kommentieren. Es wäre ein Strategiewechsel: HeidelbergCement hatte sich vom Bauchemiegeschäft zuletzt schrittweise getrennt und 2008 endgültig zurückgezogen.

Die BASF will die Bauchemie im Rahmen ihrer Neuausrichtung verkaufen. Im Jahr 2018 erzielte die Sparte mit rund 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. In der Region ist sie nicht am Stammsitz vertreten, dafür in Mannheim mit 130 Beschäftigten.

Gewinnwarnung erwartet

Der Chemiekonzern steckt derzeit in unruhigen Zeiten, viele Analysten erwarten in Kürze eine Gewinnwarnung, also die Aufgabe der selbst gesteckten Jahresziele. Finanzchef Hans-Ulrich Engel hatte diese Spekulationen vor etwa zwei Wochen selbst genährt, als er sagte, dass sich die BASF „in einem schwierigeren Fahrwasser“ befinde, als man es Anfang des Jahres erwartet habe. Unter entsprechendem Druck steht daher bereits seit einigen Wochen der Kurs der BASF-Aktie. Der Hedgefonds Marshall Wace vermeldete am Donnerstag sogar Leerverkäufe der Aktie in großem Stil. Die Amerikaner wollen damit an vermeintlich weiter sinkenden Kursen verdienen. Das ist ungewöhnlich: Solide Unternehmen wie die BASF gehören normalerweise nicht unbedingt zu den Lieblingen der hochspekulativen Hedgefonds.

Auch juristisch droht der BASF Ärger. Mitte vergangener Woche waren Vorwürfe bekanntgeworden, dass die Ludwigshafener 2014 an einem Export von waffenfähigen Chemikalien nach Syrien beteiligt sein sollen. Der Fall liegt mittlerweile nicht mehr bei der Staatsanwaltschaft Essen, sondern in Duisburg. „Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht“, sagte Staatsanwältin Marie Fahlbusch am Donnerstag. Die Ermittlungen könnten noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die über den Großhändler Brenntag nach Syrien gelieferten Chemikalien könnten für die Herstellung von Giftgas genutzt worden sein. Einer der Stoffe soll aus dem BASF-Werk Antwerpen stammen. In Belgien befasst sich daher die Bundesanwaltschaft damit. Bislang habe es aber noch keine Kontaktaufname zwischen der BASF und der Behörde in Belgien gegeben, sagte ein BASF-Sprecher am Donnerstag.