BASF

Hauptversammlung Aktivisten demonstrieren vor der Zentrale

Proteste gegen BASF

Archivartikel

Ludwigshafen.Eigentlich sollte es eine Menschenkette rund um den Mannheimer Rosengarten geben – da der Chemiekonzern BASF seine Hauptversammlung am Donnerstag wegen Corona aber nicht dort, sondern virtuell abhält, müssen auch seine Kritiker umdenken: Sie wollen nun stattdessen ab 11.30 Uhr vor der Konzernzentrale in Ludwigshafen und im Internet protestieren.

So will der südafrikanische Bischof Jo Seoka, der in den vergangenen Jahren bei den Hauptversammlungen dabei war, seine Kritik dieses Mal per Videobotschaft übermitteln. Er drängt seit Langem darauf, dass die BASF sich an Entschädigungszahlungen für Hinterbliebene von Minenarbeitern in Südafrika beteiligt. Dort war 2012 in der Kleinstadt Marikana ein Streik von Beschäftigten eskaliert, 34 Bergarbeiter wurden von der Polizei erschossen. Sie hatten für bessere Arbeitsbedingungen in einer Platinmine des Unternehmens Lonmin demonstriert – ein Lieferant der BASF.

In seiner Botschaft fordert Seoka den früheren Vorstandschef Kurt Bock auf, seine Kandidatur für den Aufsichtsratsvorsitz zurückzuziehen. Die Aktivisten drängen zudem darauf, dass der Chemiekonzern angesichts der Corona-Krise in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet. Das Geld solle stattdessen in einen Fonds zur Eindämmung der Pandemie eingezahlt werden, so Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. tat