BASF

Schwache Weltwirtschaft bremst BASF - Hochstraßen-Situation "relativ dramatisch"

Archivartikel

Ludwigshafen.BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller bezeichnet die  Verkehrsprobleme um die Ludwigshafener Hochstraßen Nord   als "relativ dramatisch". Die beiden Verkehrsadern seien für die BASF vor allem wichtig, um die Mitarbeiter "ins Werk und wieder nach Hause zu bringen", erläuterte Brudermüller bei der Telefonkonferenz am Donnerstagmorgen zu den Zahlen für das dritte Quartal. Die BASF habe ein Bündel von Maßnahmen entwickelt, um die Folgen von Sperrungen und Baustellen abzumildern. So könnten Verkehrsflüsse teilweise in den Norden Ludwigshafens verlagert werden,  für die Mitarbeiter könnten mehr Möglichkeiten zum Arbeiten von zu Hause aus angeboten werden.  Trotzdem wolle die BASF endlich auch ein "tragfähiges Verkehrskonzept", dass die Probleme um die Hochstraßen langfristig löse.

Doch auch die schwache Konjunktur macht dem Chemiekonzern BASF weiterhin zu schaffen. Im dritten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 15,23 Milliarden Euro zurück. Für den Rückgang waren vor allem niedrigere Preise in den Geschäftsbereichen Chemicals und Materials verantwortlich. Zum ersten Segment gehören die Basischemikalien, im zweiten bündelt BASF das Geschäft mit Kunststoffen. Hier belasteten vor allem niedrigere Verkaufspreise beim Kunststoff-Vorprodukt Isocyanate als Folge von Überkapazitäten.

"Besonders der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet unser Geschäft", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller am Donnerstag laut Mitteilung. Hinzu kämen die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. Dies alles bremse die Wirtschaft nicht nur in den exportorientierten Ländern Europas, sondern auch die US-Wirtschaft habe sich deutlich verlangsamt. China wachse zwar weiter, aber mit geringerem Tempo. Die Produktion in der Autoindustrie sei im Vergleich zum ersten Halbjahr noch einmal gesunken.

Allerdings lief es in einzelnen Sparten für den Dax-Konzern wieder etwas besser. Deshalb gingen Umsatz und Ergebnisse im dritten Quartal weniger stark zurück als von Analysten erwartet. "In unseren Downstream-Bereichen waren wir trotz schwierigen Marktumfelds erfolgreich und verzeichneten eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal", sagte Brudermüller. Zu den Downstream-Geschäften gehört unter anderem die Sparte Surface Technologies, in der das Unternehmen Katalysatoren, Anstrichmittel und Bauchemikalien bündelt. Im Geschäft mit Pflanzenschutz und Saatgut profitierte das Unternehmen von einem guten Saisonstart in Südamerika.

Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte BASF. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im dritten Quartal um fast ein Viertel auf 1,1 Milliarden Euro. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter blieb ein Gewinn von 911 Millionen Euro - das war ebenfalls knapp ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Im Sommer hatte BASF die Jahresprognose wegen der Autoflaute und des Zollstreits zwischen den USA und China kräftig zusammengestrichen. Schon im November 2018 hatte das BASF-Management ein neues Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern profitabler zu machen. Dabei setzt die Führungsspitze vor allem auf schlankere Strukturen und einfachere Abläufe. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Zudem wird der Vorstand des Konzerns zum kommenden Jahr kleiner. Das Sparprogramm soll bereits 2019 eine halbe Milliarde Euro zum operativen Konzernergebnis (Ebitda) beisteuern.

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