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Mannheim forscht

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Mannheim kann Wissenschaft. Natürlich denkt man dabei zuerst an die Universität mit ihren bekannten Wirtschaftswissenschaftlern. Doch das war es noch lange nicht. Denn erstens arbeiten an der Uni im und rund um das Schloss auch zahlreiche Wissenschaftler aus anderen Disziplinen. Und dann forschen in Mannheim längst auch Fachleute in ganz anderen Bereiche: Von Medizintechnologie bis Popmusik: Mannheim ist Wissenschaftsstadt.

Nach Angaben der Stadt Mannheim arbeiten hier 2,25 Prozent der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung. Zehn Hochschulen sowie über 30 außeruniversitäre Forschungsinstitute gibt es, jedes Jahr werden in der Region so rund 2000 Patente angemeldet. Und eine Zahl noch: 29 000 - so viele Studenten sind an den Hochschulen in der Stadt in etwa eingeschrieben.

Zentrum ist und bleibt dabei natürlich die Universität: Hier arbeiten fast 200 Professoren und über 800 wissenschaftliche Mitarbeiter in Forschung und Lehre. Die Wirtschaftswissenschaften stehen dort im internationalen Fokus, die Betriebs- und die Volkswirtschaftler ernten regelmäßig Top-Bewertungen bei verschiedenen Rankings. Zuletzt etwa beim "QS World University Rankings by Subject 2017". In der Kategorie "Social Sciences and Management" belegte die Universität Mannheim dabei weltweit Platz 65. Was erst einmal reichlich unspektakulär klingt, bedeutet aber gleichzeitig Rang eins in Deutschland. Hierzulande liegt Mannheim also ganz vorne. "Ich freue mich außerordentlich über diese Auszeichnung unserer Leistungsfähigkeit. Die Größe der Universitäten wird im Ranking nicht gewichtet. Dass wir uns gegen wesentlich größere Universitäten so durchsetzen konnten, ist daher umso beachtlicher", sagte der Rektor Ernst-Ludwig von Thadden zu dem Ergebnis. Denn wenn Mannheim ein Problem hat, dann ist es die Größe: Die Universität muss sich eben regelmäßig gegen viel größere Einrichtungen behaupten.

Die Strategie ist dabei die Schwerpunktsetzung: Schon seit vielen Jahren konzentriert sich die Uni auf einige, wenige Schwerpunkte. Besonders die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stehen im Mittelpunkt. Und mit Erfolg. So untersuchen beispielsweise Wissenschaftler um den Politikwissenschaftsprofessor Thomas König derzeit etwa in einem Sonderforschungsbereich, wann politische Reformen und wann nicht.

Geforscht wird auch anderswo in der Stadt, und das mittlerweile auch im Verbund. So arbeiten die Hochschule Mannheim und die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg mittlerweile an mehreren Stellen eng zusammen. Es geht um das zukunftsweisende Feld der Medizintechnologie und der Medizinischen Biotechnologie. Die Hochschule Mannheim gilt als sehr forschungsstarke Fachhochschule, die Mannheimer Universitätsmedizin hat längst auch den Schritt aus dem Schatten der großen Mutteruniversität Heidelberg geschafft.

Auf dem Gelände der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und in der Nähe wächst jetzt ein neuer, anwendungsorientierter Forschungscampus: Ein Teil davon ist das "Mannheim Molecular Intervention Environment (M²OLIE)". Hier arbeiten Mediziner, Naturwissenschaftler, Ingenieure, Betriebswirtschaftler und Informatiker aus mehreren Hochschulen zusammen mit Partnern aus der Industrie. Ihr Ziel: Gemeinsam den Operationssaal der Zukunft entwickeln, herstellen und vermarkten. Dafür gibt es eine Förderung vom Bundeswissenschaftsministerium.

Anwendungsorientierte Wissenschaft und Forschung, das gibt es an der Hochschule noch in ganz anderen Bereichen etwa der Tribologie: Hier wird in Mannheim zusammen mit großen und mittelständigen Unternehmen an den Schmierstoffen und Oberflächen der Zukunft geforscht.

Um ganz anderes geht es an Mannheims jüngster staatlicher Hochschule: Die Popakademie steht natürlich für die praktische Vermittlung des "Popmusikmachens" - sei es musikalisch oder wirtschaftlich. Doch die Arbeit im Jungbusch geht darüber hinaus: Zukunftsthemen der Musikwirtschaft, der Zusammenhang von Subkulturen und Mainstream, auch solche Aspekte werden bearbeitet.