Bilfinger

Kahlschlag in Bilfinger-Zentrale

Archivartikel

Mannheim.Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger will die Zahl der Mitarbeiter in der Zentrale um 40 Prozent reduzieren. Rund 280 Menschen arbeiten derzeit in der Hauptverwaltung, 220 davon in der neuen Zentrale im Mannheimer Stadtteil Almenhof. Rund 110 Beschäftigte müssen gehen. Nach Angaben von Vorstandchef Tom Blades wird aktuell ein Sozialplan dazu erstellt. "Harte Entlassungen sind nicht vorgesehen", so Blades.

Im Gegenzug sollen die operativen, kundennahen Einheiten mehr unternehmerische Freiheiten bekommen. Deutschlandweit soll die Zahl der Beschäftigten bei Verwaltungs- und IT-Funktionen um rund 200 reduziert werden.

Bilfinger erwartet, dass all dies die Vertriebs- und Verwaltungskosten bereits im kommenden Jahr um mehr als 30 Millionen Euro senken wird. Weltweit hat der Konzern rund 35 000 Mitarbeiter. Der Mannheimer IG-Metall-Chef Klaus Stein sprach von einem Versagen des Managements,  das  "das Diktat der Zahlen" habe die unternehmerische Strategie ersetzt.

Bereits gestern hatte Bilfinger bekanntgegeben, dass der Vorstand um vier auf drei Mitglieder reduziert wird. Arbeitsdirektor Michael Bernhardt verlässt den Vorstand zum 31. Dezember. Sein Vertrag wäre noch bis Oktober 2020 gelaufen.

Der Industriedienstleister profitierte im dritten Quartal erneut von einer besseren Nachfrage aus den Branchen Öl, Gas und Chemie. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu, wie das im SDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Das operative Ergebnis konnte das Unternehmen trotz der schwächeren Entwicklung im Geschäftsbereich Technologies, in dem unter anderem kleinere Anlagen entwickelt werden, um mehr als die Hälfte auf 34 Millionen Euro steigern. (mit dpa)

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