Coronavirus

Gefängnis-Personal bei mobilen Tests bislang frei von Coronavirus

Archivartikel

Südwest.Bislang haben sich mehr als 700 Bedienstete von Justizvollzugsanstalten (JVA) im mobilen Labor auf Corona testen lassen - bei keinem wurde das Virus festgestellt. Der Sattelschlepper mit der Teststation hat bereits acht Gefängnisse im Südwesten angefahren. Sieben weitere werden bis Ende Oktober folgen, wie die Baden-Württemberg Stiftung in Stuttgart mitteilte. Diese hat das Projekt mit 1,3 Millionen Euro aufgebaut. In diesem Zeitraum werden zwei JVA zum zweiten Mal besucht. Bis Ende November wird der Service noch drei Anstalten angeboten.

Insgesamt arbeiten in den 18 baden-württembergischen JVA rund 4500 Menschen, die sich freiwillig testen lassen können. Zu beachten ist der 24-Stunden-Betrieb, so dass immer nur ein Teil der Belegschaft die Möglichkeit wahrnehmen kann. Justizminister Guido Wolf (CDU) sprach von einem guten Ergebnis. Die freiwilligen Abstriche sollen verhindern, dass Bedienstete das Virus in die Anstalten hineintragen. Die Ergebnisse werden noch am Tag der Abnahme übermittelt. Pro Tag sind mehrere Hundert Tests möglich.

Im kommenden Jahr wird das mobile Testlabor eine zweite Runde bei den JVA drehen, damit man mögliche Veränderungen des Infektionsgeschehens bemerken kann. Abhängig von diesen Erkenntnissen und dem weiteren Infektionsgeschehen sollen andere Einrichtungen angefahren werden. Die Stiftung nannte Pflegeheime und Flüchtlingsunterkünfte als Beispiele.

Für Häftlinge ist das Angebot nicht gedacht. Neue Gefangene werden nach weiteren Ministeriumsangaben zunächst isoliert untergebracht. Gefängnisse gehören zu den Einrichtungen, die durch einen Infektionsausbruch besonders empfindlich getroffen werden könnten. Auf engem Raum sind die Abstandsregeln schwer einzuhalten.

Das mobile Labor könnte nach Entwicklung eines Impfstoffes und bei geringerem Bedarf an Testungen auch für Impfkampagnen eingesetzt werden.

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