Coronavirus

Innenstadt

Polizei will Corona-Abstandsregeln durchsetzen: Jugendliche werfen Böller

Archivartikel

Mannheim.Bei einem Einsatz zur Durchsetzung der Corona-Abstandsregeln sind Polizisten aus einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen worden. Um den "Plankenkopf" in Mannheim hatten sich am Samstagabend gegen 18.30 Uhr  rund 250 Menschen versammelt, wie die Polizei mitteilte. Darunter seien bis zu 50 Jugendliche gewesen, die gegen das Kontaktverbot und die Abstandsregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstoßen hätten. Als die Beamten sie aufforderten auseinanderzugehen, seien den Angaben zufolge die ersten Böller geflogen. Zwei Polizisten erlitten Knalltraumata, konnten ihren Dienst jedoch bis zum Ende fortsetzen.

Drei Tatverdächtige im Alter von 13, 16 und 17 Jahren wurden festgenommen. Nachdem sich einzelne Kleingruppen aus der Menschenmenge gelöst hatten und über die “Fressgasse“ in Richtung des Paradeplatzes zogen, wurden weitere Streifenbesatzungen in die Innenstadt gerufen. Kurz darauf wurden in der „Fressgasse“, kurz vor der "Breiten Straße" von einer Gruppe mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert. Die Hülsen der Munition wurden später vor einem Juweliergeschäft sichergestellt.

Allen Personen, die an den Ansammlungen beteiligt waren, wurde ein Platzverweis erteilt. Der Einsatz konnte nach rund drei Stunden beendet werden. Gegen 21.30 Uhr hatte sich die Lage in der Innenstadt normalisiert. Insgesamt waren 30 Streifenwagenbesatzungen im Einsatz.

Bereits einen Abend zuvor hatten rund 150 Jugendliche einen Polizeieinsatz in der Mannheimer Innenstadt ausgelöst (wir berichteten). Wenig später wurde eine kurze Videosequenz in den sozialen Medien veröffentlicht, in der ein Polizist während des Einsatzes zu sehen war, der einen Jugendlichen überwältigte und am Boden festhielt.  Um den genauen Hergang bewerten zu können, benötigen die Beamten Einsicht in das ungekürzte Video. Dies teilte das Polizeipräsidium Mannheim in einer am Sonntag veröffentlichten Pressemeldung mit. Die Polizei bittet nun Personen, die im Besitz diese Videos in ungekürzter Länge sind, sich bei den Beamten unter der Rufnummer 0621-1740 zu melden oder das Video per Mail an mannheim.pp@polizei.bwl.de zu senden.

Als Konsequenz aus den Vorkommnissen sollen verstärkt Jugendschutzstreifen in der Innenstadt insbesondere an bekannten Treffpunkten Jugendlicher und Heranwachsender unterwegs sein. Die Streifen sollen zusammen mit Streetworkern und Jugendsozialarbeitern der Stadt Mannheim unterwegs sein. Die Polizei kündigte am Sonntagnachmittag ein konsequentes Vorgehen gegen identifizierte Straftäter und aggressive Störer an. 

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