Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Lückenschluss am Neckar soll noch im Sommer diskutiert werden / Ziel: Langfristiges Konzept

257 Unterschriften für Radweg-Ausbau

Archivartikel

Die Fakten sprechen für sich: Um das Verbotsschild für Radfahrer am Uferweg unterhalb des Edinger Rathauses schert sich kaum einer. Hier am Fluss zu radeln, ist eben schön. Schöner als oben auf der Straße – und sicherer auch, sieht man von Begegnungen mit anderen Radlern oder Fußgängern an den Engstellen ab. Das Problem ist bekannt und wurde schon oft diskutiert. Doch jetzt könnte neue Bewegung in die Angelegenheit kommen.

Exakt 257 Unterschriften hat Ulrich Dreckschmidt nach eigenen Angaben mit seinen Mitstreitern Eva-Marie Hofer und Jörg Diener gesammelt, damit das Thema im Gemeinderat wieder auf den Tisch kommt. Damit haben sie deutlich mehr Unterstützer gewonnen als jene 200, die für einen solchen Einwohnerantrag nach Paragraf 20b der Gemeindeordnung nötig wären.

Nun muss sich der Rat innerhalb von drei Monaten mit dem Anliegen befassen. Und das lautet: „Der Gemeinderat möge beschließen, den Neckar-Uferweg in Edingen durchgehend für den Radverkehr freizugeben und alle dafür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.“ Nur an der Engstelle Mälzerei sollten Radler noch – bis auf Weiteres – zum Absteigen aufgefordert werden. Als langfristige Lösung soll ein Konzept für den Ausbau des Weges erarbeitet werden.

Bürgermeister Simon Michler lobt bei der Übergabe der Unterschriften am Donnerstag das Engagement: „Das ist ein schönes Zeichen einer aktiven Bürgerschaft.“ Das Anliegen sei nachvollziehbar. „Wir haben eine einmalige Lage am Neckar und einen schönen Radweg.“ Aber eben einen mit Lücken.

„Lücken im Netz schließen“

Das vielfach unterbrochene Radnetz ist etwas, das Dreckschmidt generell bemängelt. Er hofft, mit der Aktion einen Startschuss geben zu können, damit auf lange Sicht auch an anderen Stellen Lücken geschlossen werden. „Es gibt noch viel mehr Verbesserungsmöglichkeiten“, sagt er.

Die trotz Corona-Einschränkungen große Resonanz auf den Antrag bestärkt ihn dabei. Vergangenen Donnerstag habe er sich selbst mit den Listen unten an den Radweg gestellt. „Ich hatte innerhalb einer Stunde über 50 Unterschriften zusammen“, berichtet er begeistert. „Viele der Radfahrer waren gar nicht aus Edingen-Neckarhausen, sondern Pendler zwischen Mannheim und Heidelberg. Sie wollten aber trotzdem unbedingt unterschreiben.“ Ihre Stimmen werden zwar nicht gezählt, unterstreichen aber die überregionale Bedeutung des Themas. Zu diesem gehört neben dem Lückenschluss vor allem die Sicherheit der Radfahrer, wie Dreckschmidt auch für seine Mitstreiter ausführt. Wichtig sei, die rechtliche Situation bei der Benutzung des Radwegs zu klären – und nicht zuletzt die Bedürfnisse der Anwohner bei der Diskussion ebenso zu berücksichtigen wie die der Fußgänger und des Naturschutzes.

„Ich freue mich, mit dem Gemeinderat zu diskutieren“, sagt Michler und peilt dabei die Juli-Sitzung an. „Stand jetzt ist es natürlich nicht realistisch, dass in den nächsten zwei Jahren für einen Ausbau Millionenbeträge zur Verfügung stehen“, räumt er ein. Aber das Geld solle keine Ausrede sein, verspricht er: „Wir tasten uns an ein Konzept heran.“ Für Dreckschmidt bereits eine gute Nachricht: „Bei der Durchsetzung bin ich realistisch. Aber der Stellenwert muss sich ändern.“

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