Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Volles Haus beim Jahreskonzert der Musikvereinigung / Hauptorchester bekommt Verstärkung vom Nachwuchsensemble Windstärke 08

70 Musiker von zehn bis 81 begeistern

„Die spielen wie die Profis, besser geht nicht“, waren sich die Zuhörer beim Jahreskonzert der Musikvereinigung Neckarhausen (MVN) einig. In der vollbesetzten Eduard-Schläfer-Halle boten die Musikanten eine grandiose Vorstellung in den verschiedensten Spiel- und Stilarten. Die Blasmusik klang dabei alles andere als bieder, egal ob rockig, poppig oder volkstümlich, die Musiker und ihr Dirigent Csaba Asboth waren musikalisch auf hohem Niveau unterwegs. Nicht nur was die beachtliche Anzahl der Musikerinnen und Musiker anbelangt, auch von der musikalischen Umsetzung des breitgefächerten Repertoires, bot die Musikvereinigung „ganz großes Orchester“.

„Musik ist Balsam für die Seele. Sie macht glücklich, mobilisiert das Gehirn und vereint Generationen“, betonte MNV-Vorsitzender Werner Simon mit Blick auf das Orchester: 70 Instrumentalisten von zehn bis 81 Jahren saßen auf der Bühne, neben dem Hauptorchester auch das Jugendblasorchester Windstärke 08. Asboth hatte als musikalischer Leiter nicht nur ein tolles Programm zusammengestellt, er führte auch informativ und unterhaltsam durch den Abend. Eröffnet wurde der Abend mit der Titelmusik aus der bekannten amerikanischen Fernsehserie „Game of Thrones“. Mit dem Folk-Duo „Simon & Garfunkel“ und ihrem bekannten „The Sound of Silence“ folgte ein kleiner Zeitsprung zurück in die sechziger Jahre. Die Bläser verbanden in dem klangstarken Arrangement gekonnt sinfonische und rockige Klänge, bevor es mit Musik aus Südamerika weiterging.

Polka und Mambo

Nach einem Mambo wechselten die Musiker schwungvoll zum Bossa Nova, dem bekannten „Girl from Ipanema.“ Mit „Klezmer Karnival“, komponiert von Philip Sparke, einer ganz eigenen Mischung aus Fröhlichkeit und Melancholie der traditionellen jüdischen Klezmermelodien ging es in einer ganz anderen Tonart weiter, die von den Musikern ebenso bravourös gemeistert wurde wie das irische Medley „Around the Whiskey Jar“, wo einige Musiker mit „What should we do with the drunken Sailor“ sogar eine kleine Gesangeinlage zum Besten gaben, bevor es dann in die Pause ging.

„Eine tolles Konzert. Wenn man das so hört, würde man am liebsten mitspielen“, freute sich Pfarrer Andreas Pollack. Sein katholischer Amtskollege Markus Miles fand ebenfalls lobende Worte und ist als früherer Querflötist gewissermaßen vom Fach: „Die Programm-Vielfalt und die ins Orchester integrierte Jugend haben mich begeistert.“Auch Altbürgermeister und Ehrenbürger Werner Herold freute sich über die die „vielen jungen Leute auf der Bühne.“ Buchstäblich marschmäßig ging es weiter. Nach „Wien bleibt Wien“ folgte für die Fans der Volksmusik die „Südböhmische Polka“. Mit der Freundschafts-Hymne „The Way old Friends do“ der legendären schwedischen Gruppe „ABBA“ ging es gekonnt und soundstark weiter Richtung Pop.

Zwei Stunden Musik

Dem Genre blieb das Orchester auch mit Stücken der kalifornischen Band „Toto“ treu, bevor es sich dann mit einem Medley der vier größten Pop-Erfolge von Robbie Williams unter dem Titel „Let me entertain you“ verabschiedete. So schnell ließ das begeisterte Publikum die Musiker aber nicht von der Bühne. Erst nach der zweiten Zugabe war dann endgültig Schluss. „Sie sind ein Super-Publikum, aber jetzt ist Feierabend“, verabschiedeten sich Asboth und seine Musiker schließlich nach über zwei Stunden. Zum Abschluss lud Simon die Besucher noch ein zum „Vatertag bei der Musik“ am 30. Mai an gleicher Stelle: „Von 11 bis 18 Uhr spielt dann wieder die Blasmusik, vorgetragen von befreundeten Orchestern.