Edingen-Neckarhausen

Edingen Evangelische Kirchengemeinde diskutiert über neues Gemeindehaus / Professionelle Kochgelegenheit würde Projekt drastisch verteuern

An der Küche scheiden sich die Geister

Archivartikel

Das Konzept steht, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail, wenn man das bei einem kirchlichen Bauvorhaben so formulieren darf: Bis Ende 2020 soll das neue Gemeindehaus hinter der evangelischen Kirche in Edingen entstehen. Am Donnerstag hat sich der Gebäudeausschuss unter der Leitung seines Vorsitzenden Wolfgang Ding in öffentlicher Sitzung in der Kirche mit den Plänen befasst und mit den künftigen Nutzern diskutiert.

„Die Kirchengemeinde ist seit April Eigentümerin, der Abriss der Gebäude ist im Sommer vorgesehen“, informierte Ding über den Sachstand. Eine alte Scheune und der ehemalige Konfirmandensaal müssen Platz machen für den Neubau, dessen Budget bei 1,8 Millionen Euro liegt. Ein Betrag, der schnell überschritten werden könnte, wenn die Ansprüche zu groß sind, wie Architekt Wolfgang Kessler aus Heidelberg mehrfach verdeutlichte. Beispiel Küche: Während er von einer Teeküche sprach, wünschen sich einige der Nutzer eine „große Küche“, in der man auch mal für 100 und mehr Menschen kochen kann.

„Wenn Sie wirklich eine Kochküche wollen, dass muss noch einmal ein Experte her“, mahnte der Planer und verwies auf „enorme Auflagen“ und erhebliche Mehrkosten, beispielsweise durch eine spezielle Lüftungstechnik und Schalldämmung. „Dann wird es sauteuer“, warnte Wolfgang Ding. Allerdings ist der Begriff Teeküche auch missverständlich. „Eine Erbsensuppe wird man da jederzeit kochen können“, betonte der Architekt.

„Spülen ist entscheidend“

Während Ding beim Kochen auf die Bremse trat, gab er beim Spülen Gas: „Die Spülmaschine ist das A und O.“ Ähnlich äußerte sich Pfarrer Jörg Hirsch, der nach dem Weggang von Matthias Schipke vorübergehend die Geschäfte führt und auf das Beispiel anderer Gemeinden verwies. Eine regelrechte Gastroküche gebe es nur in Dossenheim, und die werde einmal im Jahr genutzt.

Weitere Knackpunkte waren die Raumaufteilung und Lagermöglichkeiten. Von den ursprünglichen Plänen, den 150 Quadratmeter großen Saal durch eine mobile Trennwand zu teilen, rückt man inzwischen wieder ab, vor allem aus Kostengründen. Abgesehen von den Ausgaben für die Trennwand wären dann nämlich nach Angaben des Architekten auch zusätzliche Aufwendungen für eine entsprechende Lüftungstechnik erforderlich.

Material gelagert werden kann innerhalb des dreiteiligen Gebäudekomplexes in einem 15 Quadratmeter großen Raum, in Wandschränken und in einem kleinen Pfarrarchiv. Mehr Platz soll es nach den Worten von Ding nicht geben: „Wir bauen für Menschen, nicht für Material.“ Der Architekt sprach sich dagegen aus, die großzügige Fensterfront Richtung Kleinkinderbetreuung „Vogelnest“ zu reduzieren: „Der Blick auf die sonnenbeschienene Fläche ist sehr wertvoll. Wenn es da eine Wand statt Fenstern gibt, denkt man ganz schnell an einen Gartenschuppen. Dann beginnt die Verslumung.“

Viele Fragen wurden an diesem Abend geklärt, andere bleiben vorerst offen. So ist nach Angaben des Architekten unklar, ob die 13 ausgewiesenen Stellplätze für Autos ausreichen. Auch der vorbeugende Brandschutz müsse mit einem Experten geprüft werden. Im Detail vorgestellt werden die Pläne am Sonntag, 2. Juni, ab 11 Uhr in der evangelischen Kirche. Dazu lädt die Vorsitzende der Gemeindeversammlung, Gisela Graß, alle Interessierten ein.

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