Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Tatverdächtiger in Psychiatrie

Anschlag mit Sprengstoff

Archivartikel

In Edingen hat es bereits am 22. Januar einen Sprengstoffanschlag gegeben. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg dem „MM“ am Mittwoch auf Anfrage. Als Tatverdächtiger sei ein 43-Jähriger aus dem Rhein-Neckar-Kreis ermittelt worden. Bei dem Anschlag entstand laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund 20 000 Euro.

„Der Beschuldigte wurde auf Grund eines am 29. Januar ergangenen Unterbringungsbefehls des Amtsgerichts Heidelberg in einem psychiatrischen Krankenhaus einstweilig untergebracht“, schreibt der Pressesprecher. Dass es sich bei dem Anschlag möglicherweise um einen Racheakt gehandelt habe, sei zumindest nicht auszuschließen, heißt es in der E-Mail-Antwort weiter.

Gutachter untersuchen

Und was passiert jetzt weiter? „Die Ermittlungen werden fortgeführt“, schreibt die Staatsanwaltschaft. Dazu gehörten in Fällen wie dem vorliegenden „insbesondere eingehende psychiatrische Untersuchungen und sachverständige Feststellungen, was die Frage einer Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt anbelangt“. Mit anderen Worten: Es muss geklärt werden, ob der Beschuldigte sich für seine Tat vor Gericht verantworten muss. „Abhängig davon wird nach Abschluss der Ermittlungen entschieden, ob ein Unterbringungsantrag beim zuständigen Landgericht gestellt, Anklage erhoben oder aber das Ermittlungsverfahren eingestellt wird“, teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Prognosen könnten wegen der noch laufenden Ermittlungen nicht abgegeben werden.

Kein Zusammenhang mit Bränden

Das Polizeiprädsidium Mannheim hatte dem „MM“ bereits am Montag den Fall bestätigt, wegen Einzelheiten allerdings an die Staatsanwaltschaft verwiesen. Die Öffentlichkeit habe man wegen der laufenden Ermittlungen nicht informiert, die betroffenen Anwohner seien aber direkt unterrichtet worden, hieß es von der Polizei. Ein Zusammenhang mit den jüngsten Autobränden in der Gemeinde am Sonntag bestehe definitiv nicht. Zu diesem Zeitpunkt war der mutmaßliche Sprengstofftäter bereits in der Psychiatrie untergebracht. hje

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