Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Heute Bürgerinformation im Rathaus

Aus Tennisplätzen soll „Wohngebiet für alle“ werden

Archivartikel

Nach dem per Bürgerentscheid erzwungenen vorläufigen Aus für das Neubaugebiet Mittelgewann in Edingen arbeitet die Gemeinde an etlichen kleineren Baustellen. Dazu zählt auch das Gelände der Tennisplätze in Edingen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Tennissportler spätestens im Sommer 2019 in ihre neue Anlage im Sport- und Freizeitzentrum umziehen. Dann steht das heutige Areal des TC „Grün-Weiß“ 1974 zwischen dem Edinger Schulzentrum und der Kleingartenanlage für eine neue Bebauung zur Verfügung.

In zwei Wochen wird der Gemeinderat darüber entscheiden, was mit dem rund 1,5 Hektar großen Quartier passieren soll. Heute Abend informiert Bürgermeister Simon Michler die Bürger ab 18 Uhr im Rathaus über die aktuellen Pläne. In zwei Workshops seien diese im Beisein von Vertretern aller Fraktionen erarbeitet worden.

Ursprünglich waren 15 Bauplätze mit einer Größe zwischen 400 und 500 Quadratmetern geplant. Aus deren Verkauf, so hieß es Mitte 2017, wäre ein Erlös von schätzungsweise drei Millionen Euro zu erzielen, wenn bei der Vergabe auch soziale Aspekte berücksichtigt würden. Bei einem Verkauf von Bauplätzen in Neckarhausen an die Höchstbietenden hatte die Gemeinde ein Mehrfaches davon erhalten. Bis zu 1000 Euro je Quadratmeter wurden dort geboten. Doch die großzügige Bebauung mit Einfamilienhäusern ist ohnehin vom Tisch. Wie in Neckarhausen Nord spricht Bürgermeister Simon Michler jetzt auch im Zusammenhang mit diesem Projekt von einem „Wohngebiet für alle“. Im Klartext bedeutet das, dass es nicht nur Einzel- oder Doppelhäuser, sondern auch Geschosswohnungsbau geben soll. Das sei auch auf die Diskussion in der jüngsten Vergangenheit zurückzuführen, erläutert Michler. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der dringend benötigt werde.

Tiefgarage denkbar

Wenn mehr Bewohner hier leben, dann kommen auch mehr Autos ins Quartier. Dieses Problem soll mit einer Tiefgarage gelöst werden, wie Michler andeutet. Zu klotzig soll das Ganze allerdings nicht werden: „Es muss sich in die Umgebung einfügen.“ Nach der Bürgerinformation heute Abend will der Bürgermeister das Thema am Mittwoch, 20. Juni, auf die Tagesordnung des Gemeinderates nehmen. „Ich bin guter Dinge, dass wir dann einen Schritt weiter kommen“, betont er.

Neues Clubhaus

Damit der Umzug der Tennissportler überhaupt erfolgen kann, hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Neubau eines Funktionsgebäudes im Sport- und Freizeitzentrum beschlossen. Gegen die Stimmen der Unabhängigen Bürgerliste aus FDP und FWV (UBL) folgte das Gremium dem Vorschlag des Architekten, die aus seiner Sicht nachhaltigere Massivbauweise zu wählen. Ein solches Gebäude könne 60 bis 80 Jahre stehen, bei der alternativ diskutierten Modulbauweise liege die Lebensdauer hingegen nur bei 20 bis 40 Jahren. Der Mehrheit des Gemeinderates erschienen Mehrkosten von knapp 70 000 Euro bei einem Investitionsvolumen von dann fast 390 000 Euro vertretbar.