Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Evangelische Kirche lädt zu Versammlung

Aussprache im Streit um Kündigung

Die Vorgänge rund um die umstrittene fristlose Entlassung der Leiterin des evangelischen Wawuschel-Kindergartens in Neckarhausen werden Thema in einer außerordentlichen öffentlichen Gemeindeversammlung. Zu dieser lädt Vorsitzender Eberhard Klass für Sonntag, 17. Februar, ab 11.15 Uhr in die evangelische Kirche ein, wie ein Aushang im dortigen Schaukasten informiert. Als Themen werden die Aussprache zu den Finanzen sowie zum „Leitungsverhalten von Kirchengemeinderat, Pfarrerin und Pfarrer“ genannt.

Der Konflikt schwelt bereits seit vergangenem Frühjahr. Mitte März 2018 hatte die Kirchengemeinde der langjährigen Leiterin des Kindergartens „Die Wawuschels“ außerordentlich und fristlos gekündigt. Die Betroffene klagte dagegen vor dem Arbeitsgericht Mannheim. Im Oktober kam es zur Verhandlung, und die Parteien einigten sich auf einen Vergleich. Demnach nahm die Kirche als Kita-Trägerin sämtliche Vorwürfe gegen die 60-Jährige zurück, insbesondere das zur Last gelegte Versagen als Leitungskraft.

Antworten gefordert

Zudem erhielt die Klägerin rückwirkend ihr Gehalt für die Zeit von März bis Oktober sowie eine Abfindung in Höhe von 59 000 Euro. Ebenfalls Teil der Vereinbarung war, dass sich die Parteien fortan nur noch „wohlwollend“ übereinander äußern. Daran erinnert jetzt auch der Aushang zur Einberufung der Gemeindeversammlung: Fragestellungen hierzu könnten „nur unter Beachtung der Regelungen des Vergleichs behandelt werden“. Sprich: Die auch vor Gericht nicht abschließend geklärten Vorwürfe, mit denen die Kirchengemeinde die Kündigung der Kita-Leiterin begründet hatte, werden ausdrücklich nicht mehr thematisiert.

Die außerordentliche Versammlung hatten Gemeindemitglieder im vergangenen November beantragt und dafür die erforderlichen Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren wollen insbesondere klären, ob Pfarrer und Kirchengemeinderat in der Angelegenheit richtig gehandelt haben. Unter anderem möchten sie wissen, woher das Geld für die Abfindung und den juristischen Streit stammt und ob dadurch andere Bereiche der Gemeinde belastet würden. Auch zweifeln sie an, dass der Kirchengemeinderat die Kündigung im Vorfeld „kontrovers und ausreichend diskutiert“ hat. agö