Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinde gibt abgespeckte Variante in Auftrag / Initiative „Wir für den Park“ bleibt skeptisch

Baugebiet Tennisplätze: Mehr Grün, weniger Wohnraum?

Archivartikel

In die Diskussion um das geplante Baugebiet auf den Tennisplätzen in Edingen kommt Bewegung. Die Gemeinde will eine weitere Variante der Bebauung erarbeiten lassen, die weniger Wohneinheiten vorsieht. Das erklärte Bürgermeister Simon Michler (CDU) auf Anfrage nach einem Workshop mit Vertretern aller Fraktionen, der Verwaltung und dem Städteplaner Fischer.

Nach einem ersten Vorentwurf sollten 15 Bauplätze entstehen, zwischen 400 und 500 Quadratmetern groß und für Einzel- und Doppelhäuser geeignet. Nach einer Bürgerinformation wurden die Pläne revidiert. Zuletzt sahen sie sechs Mehrfamilienhäuser und sechs Doppelhaushälften mit insgesamt 45 Wohneinheiten vor. Dagegen regt sich Protest von Seiten der Anwohner, die sich in der Initiative „Wir für den Park“ zusammengeschlossen haben. Sie wenden sich nicht generell gegen eine Bebauung, verlangen aber eine deutliche Reduzierung des Volumens.

Ihr Protest ist im Rathaus offenbar angekommen. Bei dem Workshop am Dienstag wurde intensiv darüber diskutiert. „Wir nehmen die Kritikpunkte ernst“, versichert Bürgermeister Simon Michler. Der Städteplaner werde nun eine weitere Variante entwickeln. Die Vorgabe: „Mehr Grün und etwas weniger Wohneinheiten.“ Außerdem ist daran gedacht, den bei Kindern so beliebten Rodelhügel zumindest teilweise zu erhalten. Dafür hatte sich zuletzt auch der Jugendgemeinderat ausgesprochen. Die Erhebung an der Straße Hundert Morgen müsste bei Realisierung der aktuellen Pläne völlig verschwinden.

Welche der Varianten letztlich in die Tat umgesetzt wird, muss der Gemeinderat festlegen. Eine Entscheidung darüber strebt Michler in der Sitzung im Oktober an. „Dass das Baugebiet kommt, ist unstrittig“, betont Michler auch unter Hinweis auf den Verlauf der Diskussion im Workshop. Eine Tendenz für eine der Varianten sei aber noch nicht erkennbar. Nach den Worten des Bürgermeisters spricht auch alles für einen Geschosswohnungsbau, also mehrere Mehrfamilienhäuser.

Nicht ohne Tiefgarage

An der Tiefgarage hält die Gemeinde ebenfalls fest. Sie soll unterirdisch ausreichend Stellplätze für die Autos der Bewohner schaffen. Je zur Hälfte könnten die Fahrzeuge dann über die Straße Vogelskorb und Hundert Morgen ein und ausfahren. Eine Durchfahrt wäre hingegen nicht möglich. „Durch diese doppelte Erschließung teilt sich der Verkehr“, argumentiert Michler.

Die Nachricht von einer weiteren Variante beruhigt die Anwohner hingegen nicht. Sie befürchten nach wie vor durch das Projekt eine zu hohe Verkehrsbelastung. „10 bis 15 Wohneinheiten wären für uns erträglich“, sagt Volker Hoffmann von „Wir für den Park“. Entscheidend sei zudem, wie weit die Bebauung über die heutigen Tennisplätze hinausginge.

„Schon ein kleiner Eingriff in den Park hätte große Auswirkungen“, bekräftigt Christoph Buzello, der sich höchstens 20 Wohneinheiten vorstellen kann. Und beim Rodelhügel gilt für ihn: Ganz oder gar nicht. In der kommenden Woche wollen sich Hoffmann und Buzello mit ihren Mitstreitern treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Eine Unterschriftenaktion gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung sei in Vorbereitung, eine eigene Seite im Internet ebenfalls.

Info: Kontakt zur Initiative: wirfuerdenpark@gmx.de