Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat legt Modalitäten für Bebauung der Wiese gegenüber Bäko fest / Vorrecht für Einheimische

Bauplätze gehen an Investor, Einheimische können kaufen

Archivartikel

In der zweiten Halfte des Jahres 2020 soll mit der Bebauung der Wiese gegenüber von Bäko in Neckarhausen begonnen werden. Das hat Bürgermeister Simon Michler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates angekündigt. Auf dem kleinen Areal im Baugebiet Wingertsäcker könnten bis zu 24 Wohneinheiten entstehen. Das Gelände dafür will die Gemeinde an einen Investor verkaufen, und zwar für 450 Euro pro Quadratmeter (zuzüglich Erschließung). Einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung und einer Arbeitsgruppe hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

„Wir gehen davon aus, dass die Anwohner gut damit leben können“, sagte Michler und zeigte sich zuversichtlich, dass auch der erforderliche Satzungsbeschluss bald erfolgen könne. Auf Nachfrage von Dietrich Herold (UBL) versicherte er, auch mit der Bäko sei man in Kontakt. Ein Antwortschreiben an das Unternehmen stehe wegen der Erkrankung des Anwalts der Gemeinde noch aus, gehe aber vor Weihnachten raus.

„Jetzt müssen wir die Vermarktung der Grundstücke vorbereiten“, erklärte der Bürgermeister. Bei der relativ geringen Fläche sei es sinnvoll, an nur einen Investor zu vergeben, der auch die Erschließung übernimmt. 450 Euro seien human. „Wir wollen keine Kampfpreise“, unterstrich Michler unter Hinweis auf die Beratungen einer internen Arbeitsgruppe des Gemeinderates. Ein Architekt solle Vorschläge für die Verträge erarbeiten, die auch eine soziale und ökologische Gewichtung ermöglichten. „Es gibt schon jetzt ein großes Interesse an einer Bebauung“, ließ der Bürgermeister wissen. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Areals sind mit knapp 2,4 Millionen Euro bereits im Haushalt für 2020 eingeplant. „Deshalb drücken wir aufs Tempo“, ergänzte Michler.

Die Arbeitsgruppe habe das Thema gut vorbereitet und sei mit Bauamtsleiter Dominik Eberle zügig vorangekommen, stellte Klaus Merkle (UBL) fest. Das beabsichtigte Einheimischenmodell könne auch dem Investor aufgetragen werden, sagte er weiter.

„Wir freuen uns, dass es jetzt vorangehen kann“, erklärte Markus Schläfer (CDU) und fügte hinzu: „Schritt für Schritt geht es mit Projekten in Edingen-Neckarhausen vorwärts.“ Was man hier gemeinsam auf die Beine stellen könne, sei schon „ein ordentliches Ergebnis“. Den Bürgern müsse man jetzt gemeinsam nahebringen, was das Einheimischenmodell bedeute: „Da sind wir alle gefragt.“

Die Offene Grüne Liste habe zwar mehr in Richtung Erbpacht tendiert, erklärte deren Sprecher Thomas Hoffmann. Die Arbeitsgruppe habe aber ein gutes, differenziertes Modell erarbeitet. „Das Einheimischenmodell habe ich eingespeist“, ließ er wissen. „Wir können da etwas Gutes hinbekommen“, zeigte sich Hoffmann zuversichtlich. Positiv bewertete er, dass auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden könnten.

Andreas Daners (SPD) lobte die Arbeit von Bauamtsleiter Eberle, der die Treffen der Arbeitsgruppe gut vorbereitet habe. „Wir sind von Anwälten und Architekten sehr gut beraten worden“, erklärte Daners weiter. Die Rahmenbedingungen für das Projekt seien eng gesteckt, unter anderem wegen der Vorgaben zum Schallschutz: „Da kann man nicht so die große Spielwiese machen wie in Neckarhausen Nord.“

„Kreative Verwaltung“

Auch Edgar Wunder (Linke) sprach von einem sinnvollen Verfahrensweg: „Ich finde keinen Kritikpunkt.“ Der parteilose Gemeinderat Ulf Wacker lobte: „Das ist ein Zeichen für eine kreative und moderne Verwaltung.“ Dem Lob an seinen Bauamtsleiter und für die Verfahrensweise schloss sich Bürgermeister Simon Michler an: „Das mit den Arbeitsgruppen werden wir jetzt öfter machen.“

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