Edingen-Neckarhausen

Edingen Josef und Maria Rehberger begehen heute das seltene Fest der „Eisernen Hochzeit“

Bei einer Tanzveranstaltung in Friedrichsfeld hat‘s gefunkt

Archivartikel

Seit 65 Jahren halten Josef und Maria Rehberger eisern zusammen. Am heutigen Mittwoch, den 30. Mai, feiern die beiden das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. „Leut’ wie die Zeit vergeht, ma kann‘s kaum glaube“, blickt das Jubelpaar dankbar auf die vielen gemeinsamen Jahre zurück – verbunden mit der Hoffnung, das noch einige weitere folgen werden.

Die Friedrichsfelderin und der Ur-Edinger lernten sich bei einer Tanzveranstaltung in Friedrichsfeld kennen. „Es war Fasching, und ich war als zarte Schneeflocke unterwegs“, erinnert sich Maria Rehberger schmunzelnd. Das Kleid hatte ihre Mutter besorgt, und bei Marias Anblick schmolz ihr späterer Ehemann gleich dahin. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht das Jubelpaar.

Heirat in Stift Neuburg

Ein Jahr später wurde geheiratet. Den kirchlichen Segen empfingen die beiden in Stift Neuburg. Glaube, Liebe, Hoffnung – die christlichen Tugenden, begleiteten das Paar durchs Leben. Beide stammten aus christlich sozialisierten Elternhäusern. Die Hoffnung verlor der junge Josef auch dann nicht, als ihm nach einem Betriebsunfall ein Unterschenkel amputiert werden musste. Der gelernte Betriebsschlosser sattelte um, arbeitete fortan als Technischer Zeichner bei John Deere.

Dass er als Jugendlicher nicht noch in den letzten Kriegstagen einrücken musste, war seiner Mutter zu verdanken. „Sie hatte den Einberufungsbefehl zerrissen, ich wusste von nichts, Gott sei Dank ging die Sache gut aus“, erinnert sich Josef Rehberger.

Trotz seiner erworbenen Behinderung wurde er nicht zum Stubenhocker. „Wir waren oft in den Bergen unterwegs, Bergwandern und Schwimmen zählten zu unseren liebsten Freizeitbeschäftigungen“, erzählt Maria Rehberger.

Vielfältig engagiert

Die gelernte Schneiderin ließ aber auch gerne die Nadeln klappern. Rund 30 Jahre war sie in der Bastel- und Handarbeitsgruppe der Bruder-Klaus-Pfarrei aktiv. Sie war bekannt für ihre akkuraten Stricksachen, die bei den Weihnachtsmärkten der Gruppe für wohltätige Zwecke verkauft wurden.

Ehemann Josef verließ sich derweil lieber auf seine Stimmbänder. Er sang 70 Jahre bei der Sängereinheit Edingen, deren Ehrenmitglied er zwischenzeitlich ist. Außerdem pflegt er den Denksport. „Ich löse gerne die Rätsel im ’Mannheimer Morgen’“, verrät er schmunzelnd. Mit der Zeitung startet der Jubilar buchstäblich aufgeweckt in den Tag. Bereits um sechs Uhr früh stehen die beiden auf. Dafür gehen sie abends auch mit den Hühnern schlafen.

Zu tun gibt es tagsüber immer etwas. „Ich mache meinen Haushalt noch selbst und koche täglich frisch“, lässt die 88-jährige Maria Rehberger wissen. Ihre Kartoffelpfannkuchen und Dampfnudeln weiß der Gatte, der am 3. August seinen 90. Geburtstag feiert, besonders zu schätzen.

Und was ist ihr Wunsch zur „Eisernen Hochzeit“? „Dass wir noch eine Zeitlang zusammen bleiben dürfen – so Gott will. Das wäre unser schönstes Geschenk zur ’Eisernen’“, ist sich das Jubelpaar einig.