Edingen-Neckarhausen

Edingen Ferienaktion des Turnvereins / Spielfest und Kanufahren mit mehr als 30 Teilnehmern

Bootstour wird nicht zur Tortur

Archivartikel

Zu Lande und zu Wasser startete der TV Edingen in die Ferienzeit. Im Rahmen des kommunalen Ferienprogramms organisierte der Verein gleich zu Ferienbeginn ein tolles Spielfest im Park der ehemaligen Schlosswirtschaft, bevor dann Kanufahren auf dem Neckar als einer der beliebtesten Ferienhits auf dem Plan stand. Die Tour mit den Kanadiern Schorsch, Spengler, Kappe-Bäcker, Gerd und „Hol über“ schlug Wellen der Begeisterung.

Zunächst trafen sich 30 Ferienkinder beim ausgebuchten Ferienspaß am Bootshaus oberhalb der Anlegestelle. Bevor die Boote zu Wasser gelassen wurden, wies Sabine Danzer die Leichtmatrosen in das Einmaleins für paddelnde Flussfahrer ein. Dazu zählt auch, dass der Kapitän an Bord das Sagen hat und den Kurs bestimmt. Sie und ihr Ehemann Alois haben zwar die Leitung der Kanugruppe abgegeben, organisieren aber nach wie vor den Paddelspaß im Rahmen des Ferienprogramms. Zunächst wurden alle Paddler mit Schwimmwesten ausgestattet. Beim Einsteigen in die Kanadier folgte dann das Kommando: „Bitte alle hinsetzen, niemand darf stehen bleiben, sonst gerät das Boot ins Wanken.

Kreativer Wortschöpfer

Mit dem Paddel in der Hand ging es dann neckaraufwärts Richtung Wieblingen. „Zum Glück wehte eine leichte Brise, so dass die Bootstour zu keiner Tortur wurde“, stellte Alois Danzer angesichts der tropischen Temperaturen fest. Passend dazu sang die Crew „Wir lagen vor Madagaskar“ aber glücklicherweise ging kein „Mann über Bord“.

Zwischen Altneckar und Neckarseitenkanal legte man unterhalb der Autobahnbrücke zu einem Landgang an. Stephan Kraus-Vierling sorgte für Unterhaltung und erwies sich bei der Flüsterpost beispielsweise mit „Piratennot-Ration“ oder „Ankerkettenwinde“ als kreativer Wortschöpfer. Aber nicht nur akustisch auch sportlich waren die Bootsfahrer am Zug. Beim Tauziehen sowie bei der Paddelstaffel ging es um Kraft und Geschick. Und da die Kinder auch gerne Steinchen in den Fluss warfen, erzählte der beliebte „Stips“ ihnen die Geschichte von „Jim dem Steinwerfer“.

Jim hatte als Kind so viele Steine in den Fluss geworfen, dass ein Bagger zum Ausbaggern kommen musste. Kein Seemannsgarn war die Story von den Kettengliedern. Er zeigte den Kindern fünf gewaltige Kettenglieder, die einst zu den über 1 000 000 Kettenglieder zählten, die von Heilbronn bis nach Mannheim im Fluss verankert waren. Sie wurden zum Ziehen der Boote entlang einer Kette eingesetzt. „Diese Originale habe ich von Fährmann Jakob Zieher geschenkt bekommen“, erzählte Kraus-Vierling.

Die Heimfahrt gestaltete sich zur munteren „Spritztour“. Im Heimathafen angekommen mussten alle wieder anpacken, um die Kanadier ins Bootshaus zu transportieren. Als süßer Lohn der Mühen lockten die selbst gebackenen Schneckennudeln von Jutta Vierling. Rund hundert Stück des beliebten Hefegebäcks hatte die Hobbybäckerin ausgerollt und auf die Backbleche gebracht. fer