Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat billigt mehr Bäume und Forcierung der Solarenergie

CDU und Offene Grüne Liste im Wettstreit um Öko-Anträge

Archivartikel

Die CDU-Fraktion will mehr Bäume in der Gemeinde, die Offene Grüne Liste (OGL) fordert den Ausbau der Solarenergie in Edingen-Neckarhausen. Mit entsprechenden Anträgen wurden beide Fraktionen im Gemeinderat vorstellig, der für beide Initiativen grünes Licht gab.

Den Antrag der CDU-Fraktion begründete Bernd Grabinger. Die Gemeinde solle sich am Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ beteiligen. Hier würden zukunftsweisende Projekte gesucht, die Vorbild für andere sein könnten und für mehr Biodiversität sorgten. Als positive Beispiele nannte der Christdemokrat unter anderem den NABU-Garten, Streuobstwiesen und die Blühstreifen der Landwirte. Darüber hinaus solle es ab dem Jahr 2020 eine Aktion „Bürger pflanzen Bäume“ geben. Gepflanzt würden überwiegend Hochstämme, wie Herbert Stein vom Bau- und Umweltamt erläuterte, und zwar jeweils in Absprache mit den Spendern. Für die Unabhängige Bürgerliste (UBL/FDP-FWV) bedankte sich Klaus Merkle dafür, dass auf deren Vorschlag auch die Friedhöfe ergänzt worden seien. Zustimmung signalisierte Alexander Jakel (SPD) ebenso wie Edgar Wunder (Die Linke), der zudem ankündigte: „Wir werden dem Beispiel der CDU folgen und einen zweiten Baum stiften, damit es parteipolitisch ausgewogen ist.“ Ulf Wacker betonte für die Offene Grüne Liste (OGL): „Wir freuen uns sehr über diesen Antrag.“

Nach einer längeren Diskussion billigte der Rat auch einen Antrag der OGL, die Solarnutzung in der Gemeinde auszubauen. „Es geht darum, die Leute zu informieren, ob es an ihren Häusern Sinn macht“, erläuterte deren Gemeinderat Rolf Stahl. Bei ihren eigenen Gebäuden könne die Gemeinde vielfach sofort loslegen. „Das machen wir ganz aktuell beim Funktionsgebäude Tennis“, sagte Bürgermeister Simon Michler.

Gestritten wurde über den Begriff Dachflächenkataster. Er könne darin keinen Eingriff in Persönlichkeitsrechte erkennen, sagte Stephan Kraus-Vierling (UBL) und wetterte: „Wir dürfen nicht immer nur kuschen vor dem Datenschutzrecht.“ Das rechtliche Problem sei das gleiche wie bei dem ebenfalls nur auf freiwilliger Basis entstehenden Bauflächenverzeichnis, sagte Bauamtsleiter Dominik Eberle. Edgar Wunder (Linke) sagte: „Bürgerenergiegenossenschaft fände ich optimal.“

Aus seiner praktischen Erfahrung als Architekt warnte Andreas Daners (SPD) vor leichtfertigen Entscheidungen für Solaranlagen, die schnell zu deutlichen Mehrkosten führen könnten. „Natürlich muss übers Geld geredet werden“, räumte Rolf Stahl ein, fügte aber hinzu: „Die PV-Anlage auf dem Tennisgebäude kostet die Gemeinde null.“ hje

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