Edingen-Neckarhausen

Brauchtum Kerwe-Gretel auf dem Messplatz von den Kälble inthronisiert

Das Fest der Feste von der warmen Herbstsonne verwöhnt

Archivartikel

Ungetrübte Feierlaune beim „Fest der Feste“: Die warme Herbstsonne „vergoldete“ gestern den Kerwe-Sonntag in Edingen. Nach einem gelungenen Start am Samstag wurde der Sonntag vom zahlreich versammelten Kerwevolk noch getoppt. Die Inthronisation der Kerwe-Gretel am Messplatz verfolgten zahlreiche Besucher. Die von den Kälble-Karnevalisten ins Amt gehobene Lady landete nach einer kräftigen Zugnummer hoch oben am Fahnenmast.

Wie gewohnt bildete die Ausstellungseröffnung der Foto-Gruppe das kulturelle Appetithäppchen der Kerwe, bevor man dann „hammerhart“ zum kulinarischen Teil des Programms überging. Bürgermeister Simon Michler schwang beim Fassbieranstich gekonnt den Hammer und nach zwei Schlägen saß der Hahn im Fass. Der in Edingen aufgewachsene Bierbrauer Oliver Honsel hatte wie in den Jahren zuvor drei Fässchen Burgdorfer-Bier aus seiner Schweizer Wahlheimat gestiftet. Klar, dass Honsel als Fachmann den Hahn mit einem Schlag in das Fass beförderte.

Das gleiche Kunststück gelang Elferratspräsident Kevin Hockenberger, der ebenfalls ausgesprochen schlagfertig zu Werke ging. „Mache ma ned lang Worte, fülle ma lieber die Gläser“, forderte Kälble-Vorsitzender Stefan Specht die Zapfer auf, worauf das Freibier kreiste und die Musikvereinigung Neckarhausen ein „Prosit auf die Gemütlichkeit“ anstimmte. „Machen Sie mit, feiern Sie mit“, gab Bürgermeister Michler schon einmal die Parole für den weiteren Verlauf vor.

540 Knödel gerollt

Gefeiert wurde vor allem in den gut besuchten Straußwirtschaften. Bei der „Winterkönigin“ kreisten ebenfalls unermüdlich die Gläser und in Beates Knödelklause rollte der hausgemachte Semmelknödel. Fragte man nach Resonanz, gingen überall die Daumen hoch. „Bei uns läuft es gut“, ließ Gabi Kapp seitens des Wirtschaftsausschusses beim TV Edingen wissen. 540 Kartoffelknödel haben die TVEler eigenhändig gerollt und knapp zehn Stunden Schweinepfeffer für die hungrigen Fans dieser Kerwespezialität gekocht. Nicht auf kleiner Flamme aber in kleinerer Besetzung kochten dieses Mal die „Bürger in Aktion“ im Edinger Schlössel. „Wir sind in diesem Jahr hier räumlich begrenzt, aber dank Wetterglück klappt es mit der Gartenwirtschaft“, ließ Chefkoch Hermann Rommel wissen.

Brandeilig hatte man es auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, was die Bewirtung der zahlreichen Gäste anging. Gleiches galt bei der Fortuna. „Unser Organisations-Team um Armin Adler hat ganze Arbeit geleistet“, betonte Fortuna-Chef Udo Döbele. Nebenan bei den Kälble-Karnevalisten herrschte ebenfalls Highlife. Der Sonntag begann in leiserer Tonart mit einem ökumenischen Erntedank-Gottesdienst. Danach kamen die zahlreichen Schnäppchenjäger beim Straßenflohmarkt zum Zug. Die im Gemeinderat vertretenen Parteien hatten sich Sonntagvormittag in den kulinarischen Kerwe-Parcours eingeklinkt. „Wir holen Ihnen die Kastanien aus dem Feuer“, versprach die FDP ihren Gästen. Ebenfalls herbstliche Genüsse boten die Bündnis-Grünen mit selbst gekochter Kürbissuppe und frischen Waffeln. Ein wahrlich heißes Eisen im Feuer hatte auch die SPD, die Flammkuchen aus dem Holzofen anbot. Drinks gab es bei CDU und Junger Union, Kaffee, Kuchen und Kinderprogramm beim örtlichen DRK.

Das Landfrauen-Café zählte bei Kuchen-Fans ebenfalls wieder zu beliebten Anlaufstellen Zu einem Kerwe-Special der kulinarischen Extra-Klasse hatte am Sonntag auch die Bäckerei Kapp mit Gästen aus der Koch-Kultszene eingeladen. Über Nachhaltiges für Natur und Umwelt informierten schließlich noch Ökostromer und NABU während man beim BdS kostenlos am Glücksrad drehen konnte.

Heute klingt die Kerwe in den Straußwirtschaften der TVE-Handballabteilung, von Fortuna, Beates Knödelklause und Bistro „El El“ aus. Haxenessen gibt es bei der SG Tell, die Fotoausstellung von 12-18 Uhr.