Edingen-Neckarhausen

Edingen Nancy und Rolf Lehmann feiern Goldene Hochzeit

Das Hobby Fotografie verbindet sie bis heute

Archivartikel

Dass man auch mit über 80 Jahren noch Pläne haben und mitten im Leben stehen kann, dafür sind Rolf und Nancy Lehmann zwei gute Beispiele. Der gebürtige Ostfriese und die US-Amerikanerin wohnen seit 25 Jahren in Edingen. Heute feiert das unternehmungslustige Paar seine Goldene Hochzeit. Zum runden Ehejubiläum schenken sie sich selbst eine Reise nach Indien, wobei das berühmte Tadsch Mahal als Zeichen der ewigen Liebe natürlich nicht fehlen darf.

Kennengelernt haben sich die beiden in Spanien. „Als studierter Diplom-Dolmetscher bekam ich in den Anfangsjahren nicht genügend Geld, und so habe ich mir als Reiseleiter ein Zubrot verdient“, erzählt der Jubilar. Seine Nancy arbeitete damals als Lehrerin bei den in Wiesbaden stationierten US-Streitkräften und war mit einer amerikanischen Reisegruppe unterwegs. Fotografieren sei schon damals ihr Hobby gewesen, und der junge Deutsche habe auffällig oft in ihre Kamera geblickt, erinnert sie sich schmunzelnd. Bei der Gelegenheit habe es dann auch gefühlsmäßig „geklickt“. Zwischen Kennenlernen und der Hochzeit sollten nur sieben Monate vergehen, das Eheversprechen wurde vor 50 Jahren gleich mit drei „Ja“ besiegelt. Jeweils in Deutsch und Englisch auf dem Standesamt und ein drittes Mal bei der Trauung in der Kirche.

Von Wiesbaden ließ sich Nancy Lehmann dann an eine US-amerikanische Schule nach Mannheim und später nach Heidelberg versetzen, wo das Ehepaar auch wohnte. Der romantischen Stadt am Neckar setzte sie später mit ihrem Buch „Haunting Heidelberg“ ein Denkmal. Auf Englisch und in Gedichtform schilderte sie die Sehenswürdigkeiten und Gebräuche. Außerdem hatte sie die Fotos für ihre ganz persönlichen „Memories of Heidelberg“ selbst „geschossen“.

Gleiches tat ihr Gatte, allerdings auf einem ganz anderen Gebiet. In seinem Werk „Circus – Magie der Manege“, fotografiert und beschreibt er diese ganz besondere Faszination. Rolf Lehmann versteht auch selbst etwas vom Jonglieren und ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied der „Gesellschaft der Zirkusfreunde“. Als Ergänzung zu diesem circensischem Thema will er noch ein Lexikon der Zirkussprache herausbringen. Die Sprache zählt auch heute noch zu seinem beruflichen Leben. „Ich arbeite immer noch weltweit als Simultan-Dolmetscher“, erzählt der fitte 84-Jährge.

„Mein Deutsch ist ausbaufähig“

Seine zwei Jahre jüngere Ehefrau erhält derweil mit maßvollem Krafttraining ihre Fitness. Außerdem liest sie gerne und trifft sich allwöchentlich zu einer Canasta-Runde. „Das ist dann meine „deutsche Lektion“, bekennt sie schmunzelnd und fügt an: „Mein Deutsch ist noch ausbaufähig, es hapert leider immer noch ein wenig.“ Und was wünscht sich das Paar zur Goldenen Hochzeit? „Bis jetzt sind wir von Krankheiten weitgehend verschont geblieben, hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so.“ Familiäre Grüße kommen aus Florida, wo die Tochter und zwei Enkelkinder leben. fer