Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Ökologisches Vorzeigeprojekt Fischkinderstube wird heute feierlich eröffnet / Positive Besucherstimmen

„Das ist ein idyllisches Naherholungsgebiet geworden“

„Gucken Sie mal, da schwimmen Scharen von kleinen Fischen“, zeigt ein Besucher auf die Mini-Flossentiere, die unterhalb des hölzernen Stegs ihre Kreise ziehen. In der Fischkinderstube herrscht bereits reges Leben. Und das nicht nur im Wasser. Als auf einer Seite des Areals die Tore des Bauzauns einladend offenstehen, nehmen etliche die Gelegenheit zu einem ersten Rundgang wahr. Heute um 14.30 Uhr, bei der Einweihung des Millionen-Projekts, wird es nicht ganz so ruhig zugehen. Neben Honoratioren sind auch Bürger zur Erkundung der gelungenen Seenlandschaft eingeladen.

Was lange währt wird endlich gut. Diese sprichwörtliche Redensart gilt auch für die Fischkinderstube. Nach 18-monatiger Bauzeit ist das Werk nun beendet. Im Vorfeld gab es hitzige Diskussionen. Am Ende überzeugt das aus Menschenhand geschaffene Biotop auch seine Kritiker. Ursprünglich waren es Überlegungen der Angler, das im Gewann Tagweide gelegene Gelände in ein Laichgewässer für den Fisch-Nachwuchs zu verwandeln. Der damalige Bürgermeister Roland Marsch erkannte die einmalige Chance für die Gemeinde und wurde zum engagierten Förderer und fleißigen Spendensammlers dieses Vorhabens.

Spatenstich Ende 2015

Nach dem symbolischen Spatenstich Ende 2015 nahm das Projekt langsam Formen an. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro. Davon steuert das Land rund drei Millionen Euro bei. Den verbliebenen Rest deckten vor allem zwei großzügige Privatspenden der Familie Brune und von Traudl Engelhorn sowie Zuwendungen der Fischerei. In dankbarer Anerkennung der beiden Großspender heißt das Seitengewässer jetzt Brune-Engelhorn-See, wie in Stein gemeißelt zu lesen steht. Die Fischkinderstube ist 320 Meter lang und bis zu 55 Meter breit. Die Wasserfläche beträgt 13 000 Quadratmeter und die Wassertiefe liegt zwischen 2,5 und vier Metern. Das Seitengewässer mit seinen zwei Durchlässen, Holzstegen, einer Brücke und Trittsteinen vereint ökologische und pädagogische Zielsetzungen. Letztere kommen vor allem beim „grünen Klassenzimmer“ zum Tragen. Die im Halbrund angeordneten Steinblöcke erinnern an ein Amphitheater. Darüber spannt sich ein ausgedehntes Sonnensegel unter dem die Sommerhitze erträglich ist. Mancher Spaziergänger genoss die angenehmen Schattenseiten bereits mit Kind, Hund und Kegel.

Hundetoiletten fehlen

Apropos Hunde. „Es gibt hier zwar Hundetoiletten aber keine Tütenspender, die fehlen noch“, stellt Andreas Herz beim Rundgang mit seinem Vierbeiner fest. Ansonsten gefalle ihm die Anlage: „Sie stellt eine schöne Verbindung zwischen Edingen und Neckarhausen dar.“ Als „ganz tolles Naturprojekt“ bezeichnet Ronny Wilhelm aus Worms die Fischkinderstube: „Darum kann man die Gemeinde echt beneiden.“ Besonders die Liebe zum Detail beeindruckt ihn. „Das auf dem hinteren Holzsteg montierte Fernrohr ist eine Superidee und auch noch kostenlos“, freut sich der Besucher aus der Nibelungenstadt. „Wir kommen jetzt sicher öfter hierher, die Fischkinderstube ist ein idyllisches Naherholungsziel geworden“, ist sich das Ehepaar Fahner einig, das auf den gut befahrbaren Wegen mit dem Kinderwagen unterwegs ist.

Info: Infos, Fotostrecken und Videos: www.morgenweb.de/edingen

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